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Einige tragen statt Stoffmasken Mini-Visiere, die gerade mal die Nase bedecken. Doch schützen sie vor Corona? Und dürfen Kellner und Verkäufer sie im Job überhaupt tragen?

Was soll der Mundschutz allgemein bringen?

Zur Erinnerung: Die Masken, die wir beim Einkaufen oder in Bus und Bahn tragen müssen, sollen vor allem andere schützen - auch wenn das gerne vergessen wird. Allerdings geht mittlerweile die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass die Masken auch den Träger schützen können. Am Anfang der Pandemie waren die WHO, aber auch das Robert-Koch-Institut noch skeptisch. Sie haben ihre Haltung zu den Masken aber mittlerweile geändert.

Welche Visiere gibt es?

Neben den Stoffmasken tragen einige Menschen aber auch Gesichtsvisiere. Es gibt die großen Visiere. Sie sind mit einem Stirnband befestigt. Eine Plastikscheibe schirmt das ganze Gesicht des Trägers ab.

Eine andere Variante sind die Mini-Visiere. Sie sind am Kinn befestigt und viel kleiner. Eine Plastikscheibe bedeckt geradeso die Nase.

Eine Frau kauft an einem Gemüsestand auf dem Wochenmarkt ein. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance/Daniel Reinhardt)
Vollvisiere sind in Rheinland-Pfalz für Mitarbeiter im Handel erlaubt Picture Alliance/Daniel Reinhardt

Schützen die großen Visiere?

Die großen Visiere werden vom Robert-Koch-Institut, den allermeisten Experten und mittlerweile auch von fast allen Bundesländern nicht mehr als Maskenersatz akzeptiert. Da gab es in den vergangenen Monaten zwar immer wieder ein Hin und Her, aber inzwischen weiß man, dass das Coronavirus nicht nur über Tröpfcheninfektion verbreitet wird, sondern auch über sogenannte Aerosol-Partikel, also kleine Schwebeteilchen in der Luft. Und da helfen diese Visiere nicht, denn sie liegen einfach nicht eng genug an und bieten daher deutlich weniger Fremdschutz als Mund-Nasen-Bedeckungen.

Schutz vor dem Corona-Virus: Japanischer Politiker Taisuke Ono mit Mini-Visier (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/ZUMA Press)
Wie gut schützen Mini-Visiere vor dem Corona-Virus? picture alliance/ZUMA Press

Schützen Mini-Visiere?

Die Mini-Visiere schützen noch schlechter als die größere Variante. Es ist also eine Art "Alibi-Schutz" und definitiv kein wirksames Mittel, die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern.

Sind Visiere in Rheinland-Pfalz verboten?

Nach der Corona-Bekämpfungsverordnung sind in Rheinland-Pfalz nur die sogenannten Alltagsmasken erlaubt. Das Land begründet das damit, dass ein Gesichtsschild keinen vergleichbaren Schutz vor Infektionen biete. Es gibt aber eine Ausnahme: Verkäufer und Kellner dürfen große Visiere tragen. Das ist laut Gesundheitsministerium dann erlaubt, wenn das stundenlange Tragen für die Mitarbeiter nicht verhältnismäßig ist. Visiere würden "geduldet", wenn Abstandsregeln eingehalten oder Trennscheiben zum Kunden vorhanden seien.

Für Mini-Visiere gilt die Ausnahme aber nicht, hebt das Ministerium hervor.

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