Einweg-Plastikpaletten beim Blumenkaufen-es geht auch ohne (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/G. Czepluch | G. Czepluch)

Kampf gegen Einwegplastik

Weniger Plastikmüll durch Mehrweg-Pflanzentrays

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Alice Thiel-Sonnen

Einwegplastik ist schon aus verschiedenen Lebensbereichen verschwunden. In der Garten-Branche kommt es aber oft noch in Form von Pflanzentrays vor. Jetzt soll eine Mehrweglösung her.

Pflanzentrays sind Plastikpaletten mit vorgeformten Vertiefungen für Blumentöpfe - gedacht sind sie als Transporthilfe, in der die Pflanzen einen sicheren Stand haben. Zu 95 % sind diese - laut Deutscher Umwelthilfe - aber noch aus Einwegplastik. 150 Millionen solcher Trays sollen pro Jahr in Deutschland anfallen. Alice Thiel-Sonnen aus der SWR1 Umweltredaktion weiß, dass sich das bald ändern könnte.

Pflanzentrays - Transportpaletten aus Plastik (Foto: picture-alliance / Reportdienste, DB KWS)
DB KWS

Die Lösung: Mehrweg-Pflanzentrays

In dieser Woche haben sich große Baumärkte, Gartencenter und Branchenverbände zusammengeschlossen, um nach einer Mehrweg-Lösung zu suchen. Die Konzern-Einkaufsleiterin bei Hornbach und Vorsitzende des neuen Aufsichtsrats Jutta Lehmann berichtet dazu: "Wir sind sehr optimistisch, dass wir Ende nächsten Jahres schon mit einem größeren Test beginnen können."

Es ist noch ein hartes Stück Arbeit

Die Umsetzung wird allerdings nicht einfach. Als Einweg gibt es die Trays in verschiedenen Größen und Formen. Für die Mehrweglösung muss man sich auf ein paar wenige einigen. Es muss geklärt werden, wie die Paletten eingesammelt und gereinigt werden, wie sie wieder zurück kommen und wie die Kosten dafür aufgeteilt werden.

Mehrweg-Trays dürfen auch aus Plastik sein

Für die Deutsche Umwelt argumentiert Elena Schägg für Mehrweg-Pflanzentrays. Dass auch die aus Plastik sind, stört nicht, weil sie recycelt werden.

Wenn aus diesen Mehrwegpaletten wieder neue Mehrwegpaletten werden können, ist das ein geschlossenes System und deswegen umweltfreundlich.

Das bestätigt auch eine Studie des Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik, die Kunststoff-Mehrwegsysteme verglichen hat. Mehrweg-Pflanzentrays produzieren weniger Treibhausgas-Emissionen als die Einweglösung. Ein großes Umweltplus ist die hohe Umlaufzahl, also dass die Trays bis zu 100 Mal verwendet werden können.

Bislang gibt es noch nicht so viel Datenmaterial zum Thema. In Deutschland sind erst zwei kleinere Mehrwegsysteme für Pflanzentrays am Markt – sie machen gerade mal einen Anteil von 5 % aus. Das Ziel, eine europaweite Mehrweglösung zu erreichen, ist noch ein riesiger Schritt.

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