Ein Mann schüttet sich zur Abkühlung Wasser ins Gesicht. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

Alternative zu Klimaanlage und Ventilator

Aircooler - Was taugen die "Verdunster"

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AUTOR/IN
Martin Thiel

Mit den Erinnerungen an die letzten Hitzesommer, wollen viele aufrüsten. Festinstallierte oder freistehende Klimaanlagen sind teuer und kosten zwischen 300 und 3000 Euro.

Ventilatoren sind klimafreundlicher, stromsparender und billiger. Sie kühlen aber nicht, sondern sorgen nur für Wind. Die dritte Variante sind Luftkühler oder auch "Aircooler" genannt. Preislich liegen sie zwischen Klimaanlage und Ventilator.

Verschiedenen Ventilatoren, Klima-Splitgerät und eine mobile Klimaanlage. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / PantherMedia)
Aircooler sehen ähnlich aus wie mobile Klimageräte (li.), haben aber eine gänzlich andere Technik. Am besten man benutzt sie gemeinsam mit Ventilatoren. picture alliance / PantherMedia

So funktioniert ein Luftkühler

Der Luftkühler arbeitet nach dem Verdunstungsprinzip. Er besteht im Wesentlichen aus einem Ventilator und einem Wassertank. Die warme Raumluft wird am gefüllten Tank - in dem auch Eiswürfel oder Kühlpads platziert werden können - vorbeigeleitet oder durch Kühlkissen gepresst. Dadurch verdampft das Wasser und es entsteht ein kalter Luftstrom.

Aber Achtung: Nebenbei erhöhter das Gerät die Luftfeuchtigkeit und das könnte zu Schimmel führen. Gutes und richtiges Lüften ist also wichtig bei der Nutzung der Aircooler! Darüber hinaus versprechen die Hersteller auch, dass die Geräte die Luft von Pollen und Keimen reinigen.

Wie kalt machen Luftkühler?

Grundsätzlich gilt: Man darf die Luftkühler nicht mit mobilen Klimaanlagen vergleichen.  Zum einen ist die Funktionsweise komplett anders, zum anderen ist die Kühlleistung viel niedriger. Meist reicht sie nicht aus, um einen ganzen Raum runterzukühlen. Das heißt, man kann mit dem Luftkühler die Zimmertemperatur nicht dauerhaft auf eine bestimmt Temperatur kühlen. Aber sie sorgen zumindest für einen kühlen Luftstrom.

Wie lange kühlt ein Luftkühler?

Die Kühlungszeit des Luftkühlers ist begrenzt und hängt unter anderem von der Größe des Wassertanks ab. Die Kühldauer variiert daher zwischen drei und fünf Stunden. Und es hängt auch davon ab, welche Stufe man bei der Kühlung einstellt. Die meisten Geräte besitzen ein Drei-Stufen-System mit den Einstellungen "niedrig", "mittel" und "stark". Viele Geräte gibt es mit einem Timer, der dem Luftkühler sagt, ab wann und wie lange ein Raum gekühlt werden soll.

Die Vorteile des Luftkühlers

Aircooler überzeugen mit ihrem Preis: Man bekommt sie bereits für unter 100 Euro. Sie liegen damit auf dem Preisniveau guter Ventilatoren die ja "nur" für einen Luftstrom sorgen. Zudem verbrauchen sie deutlich weniger Strom als mobile Klimaanlagen und es werden keine klimaschädlichen Kältemittel eingesetzt. Nach nervigen Abluftschläuchen sucht man vergeblich und einen lärmenden Kompressor gibt es auch nicht. Außerdem sind die Luftkühler kompakt und relativ leicht - sie wiegen meist unter zehn Kilogramm. Das heißt auch, sie sind mobil und bei Bedarf schnell in einem anderem Zimmer installiert.

Was muss ich in Zeiten von Corona beachten?

Wenn mehrere Menschen zusammen sind, etwa in einem Büro, der Kita oder einem Wartezimmer und alle Fenster geschlossen sind, dann kann ein Luftkühler schon problematisch sein. Denn durch den Ventilator im Gerät können die Aerosole aus der Atemluft leicht verteilt werden und das erhöht das Infektionsrisiko.

Auf den Luftkühler muss man aber nicht verzichten wenn er richtig positioniert ist: Das Gerät sollte - wie Ventilatoren auch - unbedingt vor ein geöffnetes Fenster gestellt und eine Tür im Raum geöffnet werden. So kann dann ein Luftzug entstehen, der frische Luft in den Raum bringt und die Aerosole nach draußen befördert. Das könnte das Ansteckungsrisiko dann sogar senken. Und in den eigenen vier Wänden sind Luftkühler ohnehin kein Problem.

Fazit

Luftkühler sind keine Klimaanlagen! Erwarten Sie also nicht zuviel von diesen Geräten. Aber die Verdunster sorgen durchaus für eine gewisse Erleichterung an heißen Tagen. Stiftung Warentest und Ökotest haben die Geräte bislang noch nicht untersucht. Ob die Aircooler also das halten, was sie versprechen, kann man aktuell noch nicht abschließend beantworten.

Einen Kühleffekt mit einer frischen Brise bekommen sie allerdings hin. Ob das im Einzelfall ausreicht, muss jeder für sich selbst herausfinden.

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