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Für Familienmitglieder und Lebenspartner, die in verschiedenen Ländern leben, ist die Corona-Zeit besonders schwer. Auch wenn Kontakte zumindest virtuell möglich sind, ersetzen sie keine Umarmung und die vertraute Nähe.

Fernbeziehung über Videochat (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Fernbeziehung über Videochat Picture Alliance

Die Bewegung  #LoveIsNotTourism ("Liebe ist kein Tourismus") möchte hier helfen und Möglichkeiten eines Wiedersehens - unter Einhaltung der jeweiligen Corona-Auflagen - aufzeigen.

Die Sehnsucht wird immer größer. Das ist eine Mischung aus großer Frustration, Ohnmacht und Verzweiflung.

Sabine Winkel im SWR1-Interview. Ihr Partner lebt in Großbritannien.

Auf der Seite loveisnottourism.org findet man aktuelle Informationen, in welchen Ländern eine Anreise von unverheirateten Partnern möglich ist. Wer die Aktion unterstützen möchte, findet hier auch Links zu entsprechenden Petitionen, die an die Regierung des jeweiligen Landes gerichtet sind. Christian Merkel ist federführend für die Aktion in den sozialen Netzwerken tätig und hat unsere Fragen beantwortet.

SWR1: Ist für Sie die Facebook-Gruppe eine Art Selbsthilfegruppe oder praktizierte Lobby-Arbeit?

Christian Merkel: Beides - wir sind nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Twitter aktiv. Durch eine Demonstration im letzten Jahr vor dem Bundesinnenministerium konnten wir dazu beitragen, dass es ab letztem Sommer Regeln  mit Augenmaß gab, die Anfang des Jahres - mit dem Auftreten der Virusvarianten - ganz schnell wieder einkassiert wurden. Unsere Gruppe ist traurig darüber, mit welcher Willkür verschiedene Länder unterschiedlich beurteilt werden. Zum Beispiel wird Brasilen komplett zugemacht, weil es sich um ein Virus-Varianten-Gebiet handelt. In Frankreich gilt das allerdings nur für die Region Moselle. Das Gleiche gilt auch für Österreich, wo nur eine Region anstatt das ganze Land geschlossen wird. Das beobachten wir mit großer Sorge. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

SWR1: Was wäre für Sie eine praktikable Lösung?

Merkel: Die praktikable Lösung gab es ja schon letztes Jahr mit dieser Ausnahmeregelung. Es war ja nicht so, dass wir ohne Quarantäne und Tests einreisen konnten. Wir glauben, dass das jetzt auch funktionieren könnte.

SWR1: Welche Geschichten von getrennten Paaren fallen Ihnen besonders auf?

Merkel: Wir haben einige Paare in der Gruppe, die sich immer noch nicht sehen konnten. Die Quarantäne und das Testen waren auch letztes Jahr Voraussetzung, dass wir uns sehen konnten unter den Ausnahmeregelungen des Bundesaußenministeriums. Jedoch hat nicht jeder die Möglichkeit, entsprechend lange Urlaub zu nehmen oder aus Ländern mit einer Visumspflicht nach Deutschland einzureisen, da das Außenministerium die Botschaften geschlossen hält. Dadurch können die Partner in den Herkunftsländern nicht die notwendigen Visa erwerben.

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