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Totes Pferd, verletzte Reiterin - eigentlich ist es fast ein Wunder, dass Dorothee Schneider bald bei ihren dritten Olympischen Spielen dabei sein kann.

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Ihr "Sportpartner" stirbt

Im Frühjahr bricht ihr Dressurpferd "Rock’n Rose" genannt "Rosi" während der üblichen Ehrenrunde nach der Siegerehrung plötzlich zusammen. Grund ist vermutlich ein Aorta-Abriss. Das Pferd stirbt. Dorothee Schneider, die in dem Moment im Sattel sitzt, stürzt, bricht sich das Schlüsselbein. Schwerer noch als der körperliche Schmerz wiegt die Trauer über den plötzlichen Verlust der Stute, mit der sie gut sieben Jahre lang eng zusammengearbeitet hat. Schneider spricht von ihren Pferden gerne als ihre "Sportpartner". 

Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war also alles andere als einfach - weder mental noch und körperlich. Aber die 52-Jährige hat es geschafft und wird in Tokio mit dem Hannoveraner Wallach "Showtime" an den Start gehen. Das Pferd kennt lange Reisen: "Showtime" war schon bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro dabei, als Schneider mit der Mannschaft Gold holte. 

Isabell Werth, Dorothee Schneider, Soenke Rothenberger und Kristina Broering-Sprehe gewinnen Team-Gold für die deutschen Dressurreiter bei den Olympischen Spielen in Rio 2016.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Isabell Werth, Dorothee Schneider, Soenke Rothenberger und Kristina Broering-Sprehe (v.l.n.r.) gewinnen Team-Gold für die deutschen Dressurreiter bei den Olympischen Spielen in Rio 2016. Picture Alliance

Großer logistischer Aufwand

Mit einem Pferd an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen, ist ein riesiger logistischer Aufwand - während der Corona-Pandemie erst recht: Transport in die Quarantäne nach Aachen, dann der Transport zum Flieger, Flug nach Japan mit hoffentlich softem Start und Landung und einem Tierarzt an Bord. Und in Tokio beim Empfang in fremder Umgebung wartet dann schon eine vertraute Person von zu Hause auf das Tier. 

Während Dorothee Schneider in Asien ist, kümmert sich das Team um den Betrieb daheim: das Gestüt und die Reitanlage Sankt Stephan in Framersheim (Rheinland-Pfalz). Vor gut 20 Jahren hat Dorothee Schneider den Hof von Vater Hans Eberhard Schneider, selbst Reiter und Pferdezüchter, übernommen. Dorothee Schneider lernte Reiten im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern, sagt aber auch, dass sie sich den Unterricht beim Vater hart erkämpfen musste, weil er fast nie Zeit hatte. Also habe sie schon früh angefangen, sich die Dinge selbst beizubringen.  

Ihr Glücksbringer

Nach einer Lehre als Bankkauffrau machte sie eine Ausbildung zur Pferdewirtin, es folgten Meisterprüfungen nicht nur im Bereich Zucht und Haltung, sondern auch in der Sparte Reiten. Weil sie seit Jahren erfolgreich Pferde ausbildet, wurde sie im Juni 2019 mit dem Titel "Reitmeister" ausgezeichnet. Dorothee Schneider ist verheiratet mit Jobst Krumhoff, der ihre Leidenschaft für Pferde teilt, sie auf Reisen und Turnieren begleitet (inklusive Hufeisenglücksbringer in der Hosentasche!) und managt. Kein Wunder, dass sie im Fragebogen in der Kategorie "Mein Traum vom Glück" eingetragen hat: "Mein Mann und der Sport". 

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