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Bessere Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen: Dies sind die Gründe, warum immer mehr Pflegekräfte für Leiharbeitsfirmen arbeiten. Dies hat Folgen für Pflegeheime und Angehörige.

Pflegeexperte Gottlob Schober erklärt das so :"Ein Beispiel: Leiharbeiter können sich den Urlaub frei wählen. Sie müssen nicht mehr einspringen, wenn Kollegen ausfallen und sie verdienen besser."

Mit den Nachteilen haben andere zu kämpfen. Etwa die festangestellten Pflegekräfte, die sich auf ständig wechselnde Kollegen einstellen müssen. Aber auch für die Heimbewohner, ist es schwierig ein Vertrauensverhältnis zum Personal aufzubauen.

Kosten steigen

Für die Einrichtungen sind Leiharbeiter ein enormer Kostenfaktor. Frank Marx, Leiter des katholischen Mutter Rosa Altenzentrums in Trier, rechnet es vor: "Für eine Fachkraft, die man über Leiharbeit einstellt, kann man schon das dreifache kalkulieren."

Dies könnten auch die Angehörigen zu spüren bekommen. Denn steigen die Kosten für die Pflege, dann steigt auch der Eigenanteil, den sie für die Pflege aufbringen müssen.

Pflegenotstand macht Leiharbeiter unverzichtbar

Trotzdem sind Leiharbeitskräfte momentan unverzichtbar. Nach Informationen des Instituts der Deutschen Wirtschaft fehlen bis 2035 bis zu 150.000 Fachkräfte. Gottlob Schober geht davon aus, dass momentan etwa zwei Prozent aller Pflegekäfte als Leiharbeiter beschäftigt sind - Tendenz steigend.

Zudem würden Leiharbeitsfirmen Fachkräfte sogar abwerben. "Die bekommen teilweise eine Prämie von 1.000 Euro, wenn sie zu einer Leiharbeitsfirma wechseln" , sagt Schober.

Arbeitsbedingungen verbessern

Das Thema sei mittlerweile auch in der Politik angekommen. Eine Überlegung sei es den Eigenanteil der Angehörigen zu deckeln. Außerdem setzt sich eine Initiative des Bundesrats dafür ein, die Leiharbeit in Pflegeheimen einzudämmen.

Bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen könnten die Situation ebenfalls verbessern. "Wenn wieder mehr Menschen regulär in der Pflege arbeiten wollen, würde Leiharbeit wieder zu einer Ausnahme werden", sagt Gottlob Schober.

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