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Wegen der Corona-Pandemie müssen Besucher von Restaurants oder Cafés ihre Kontaktdaten hinterlassen. Das bedeutet: viel Papierkram, wenig Datenschutz. Die Dehoga bietet ab Dienstag eine App an, die diese Probleme lösen soll.

Bislang sieht es in gastronomischen Betrieben in Rheinland-Pfalz meist so aus: Gäste müssen ein Formular mit ihren Kontaktdaten ausfüllen. Die Restaurants müssen diese Formulare zur Verfügung stellen, sammeln und archivieren. Nach vier Wochen werden sie dann vernichtet, wenn kein Infektionsfall vorlag und sie das Gesundheitsamt nicht benötigt. Ein großer Aufwand, sagt der rheinland-pfälzische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.

Mit der neuen Kontaktdaten-App möchte der Verband die Betriebe entlasten. Sie wurde von einem jungen Unternehmen aus Mayen für die Dehoga entwickelt und nennt sich BarCov. "Wir haben während der Corona-Zeit gesehen, dass viel Digitalisierung möglich ist - auch im Gastgewerbe", so der rheinland-pfälzische Dehoga-Präsident Gereon Haumann. Da seien Papierzettel nicht mehr zeitgemäß. Durch die App würde der Papierverbrauch deutlich reduziert.

Auch für Gäste bietet die App Vorteile. Zum einen muss nicht bei jedem Restaurantbesuch ein neuer Zettel ausgefüllt werden. Zum anderen verspricht die App in Sachen Datenschutz deutlich mehr Sicherheit im Vergleich zum offen einsehbaren Kontaktformular. Das liegt an der Funktionsweise der App. Die Gäste müssen dafür diese Schritte befolgen: 

1. App herunterladen und registrieren

Die App soll am Dienstag an den Start gehen. Sie kann dann im Internet heruntergeladen werden. Nächste Woche soll sie auch im App Store von Apple und im Google Play Store erscheinen. Hat man die App installiert, kann der Nutzer einmalig seine Kontaktdaten eingeben und speichern.

2. Im Restaurant einloggen

Betritt der Gast ein Lokal, das mit BarCov arbeitet, wird ihm ein QR-Code zur Verfügung gestellt, der spezifisch für das jeweilige Lokal ist. Diesen scannt er mit seinem Handy und registriert sich auf diese Weise. Die persönlichen Daten werden erfasst und verschlüsselt auf einem Server gespeichert. "Nach vier Wochen werden die Daten automatisch gelöscht", sagt Dehoga-Präsident Gereon Haumann. Im Gastronomiebetrieb sehe keiner die Daten.

3. Kontaktermittlung im Infektionsfall

Erst wenn das Gesundheitsamt im Falle einer Infektion die Namen von Kontaktpersonen braucht, können die Daten entschlüsselt werden. Das funktioniere nach einem "virtuellen Vieraugenprinzip", so Haumann. Der Gastronom bekomme nach Anfrage des Gesundheitsamts einen Entschlüsselungscode, mit dem die entsprechenden Daten einmalig ausgelesen werden können.

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Wer kein Smartphone hat oder die App aus anderen Gründen nicht verwenden möchte, kann weiterhin seine Kontaktdaten schriftlich hinterlassen. Die Dehoga rechnet damit, dass bis zum Ende des Jahres alle Mitgliedsbetriebe mit BarCov ausgestattet sind. Außerdem soll die App irgendwann auch noch mehr können: Speisekarten anzeigen oder Tischreservierungen annehmen.

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. So ist zum Beispiel auch die Dehoga Bayern bereits an einer ähnlichen App beteiligt. In Köln brachten Gastronomen bereits im Mai eine Registrier-App auf den Weg. Daneben gibt es weitere private Software-Unternehmen, die Kontaktdaten-Apps anbieten.

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