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Kino-Kultur in Rheinland-Pfalz Wenig Geld, viel Engagement

Während bei der Berlinale die Filmstars über den roten Teppich schreiten, haben einige Kinos in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren dicht gemacht. Doch es gibt auch positive Bespiele.

Schriftzug Roxy Filmtheater in Mainz-Bretzenheim

Hier laufen schon lange keine Filme mehr

Die Kinolandschaft in Rheinland-Pfalz kann ohne finanzielle Förderung nur schwer überleben. Und gerade bei der Unterstützung von kulturellen Angeboten sieht es im Bundesvergleich in Rheinland-Pfalz ziemlich düster aus. Bei den öffentlichen Ausgaben für Kultur das Land im Bundesvergleich im Jahr 2013 mit 65 Euro pro Einwohner auf dem letzten Platz (Quelle: Kulturfinanzbericht 2016, Statistischer Verbund des Bundes und der Länder).

Das entsprach nur 0,21 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Im Vergleich: Sachsen gab im gleichen Zeitraum 0,74 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus und lag damit auf Platz Eins im Ländervergleich.

Weniger Kinos, mehr Gäste

Trotzdem erfreuen sich die Kinos in Rheinland-Pfalz ungebrochen ein großen Beliebtheit. So besuchten 2015 knapp sechs Millionen Menschen die insgesamt 64 Lichtspielhäuser. 2005 gab es davon noch 87 im Land, also 23 Kinos mehr, die allerdings nur 5,3 Millionen Besucher zählen konnten (Quelle: Filmförderanstalt).

Überleben mit Ideen und Engagement

Claus Hadenfeldt, Unternehmer und Betreiber des Bali Kino Alzey

Claus Hadenfeldt, Unternehmer und Betreiber des Bali Kino Alzey

Wer auf Dauer seine Gäste begeistern und für ein volles Haus sorgen möchte, muss eigene Wege gehen. Ein Beispiel dafür ist Claus Hadenfeldt, Unternehmensberater und Kinobetreiber in Alzey. Er lockte sein Publikum im vergangenen Jahr mit 120 Veranstaltungen ins Bali Kino. Trotz Fußball-WM und Jahrhundert-Sommer hatte das Kino nur "etwa acht Prozent weniger Zuschauer - die großen Ketten hatten 20 bis 25 Prozent weniger", so sein Jahresfazit für 2018. Und wer zu Hadenfeldts Veranstaltungen kommt, kann oft ein Extra-Angebot zum Film erwarten. Als er zum Beispiel den Original-Film "Das Boot" zeigte, lud er dazu auch "echte" U-Boot Fahrer der Marine ein. Das kommt bei den Gästen sehr gut an.

Hadenfeldt arbeitet eng mit den Schulen im Umland zusammen oder zeigt gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Filme zum Thema Emanzipation und Frauenrechte.

Groß und klein

Ein Kino der Superlative ist das Cineplex-Großkino in Neustadt an der Weinstraße, das erst Anfang 2018 eröffnet wurde. Der 15-Millionen-Euro-Bau hat alleine zehn Kinosäle und laut Betreiber die größte Leinwand der Pfalz. Das Größe nicht alles ist, zeigt das Kino "Heimat" in Morbach mit seinen 30 Sitzplätzen. Es befindet sich im Elternhaus des Hunsrücker Regisseurs Edgar Reitz.


Kino – ein Beschäftigungsfaktor?

Wohl weniger, denn nur 7.700 Menschen (0,56 Prozent) der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gehen in Rheinland-Pfalz einer Tätigkeit im Kulturbereich nach. Für den Bereich Film, Fernsehen, Kino, Tonstudio und Musik waren das im Jahr 2016 nur 800 Personen (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2016).