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An diesem Weihnachten können wir nur wenige Menschen persönlich treffen. Aber wir können sie ja einfach mal übers Internet dazu schalten. Wie das geht? SWR1-Technikexperte Andreas Reinhardt sagt es Ihnen.

Sich mal sehen zumindest, vielleicht auch reden oder ein Lied zusammen singen. Nicht schwer eigentlich - wenn man sich damit auskennt.

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SWR1: Wenn ich noch nie im Homeoffice gearbeitet habe und mich nicht auskenne mit Schalten übers Internet - kann ich mir das bis Weihnachten noch aneignen?

Andreas Reinhardt: Ja, das klappt, das ist nicht schwer. Wer ein Smartphone oder ein Tablet hat, der hat schon fast alles, was er braucht. Einen Bildschirm, damit ich die anderen sehe, eine Kamera, damit die mich sehen, ein Mikrofon und einen Lautsprecher, damit das mit Sprache und vielleicht Weihnachtsliedern klappt. Auch bei halbwegs aktuellen Laptops ist das schon alles dabei. Ansonsten, wenn da was fehlt, ist das im Internet zu bestellen, das sollte auch noch vor Weihnachten ankommen. Und Internet brauche ich auch, besser über WLAN oder zur Not über Mobilfunk, denn die Videotelefonie findet ja übers Internet statt.

SWR1: Welche technischen Möglichkeiten für solche Schalten gibt es denn fürs Handy oder Laptop, die besonders leicht zu bedienen sind?

Reinhardt: Wichtig ist, dass alle Teilnehmer das selbe Programm oder die selbe App benutzen, sonst klappt es nicht. Die Programme und Apps sind alle kostenlos. Skype ist universell, das gibt es auch für den PC oder Laptop, wer sich nur mit Apple-Geräten verbinden möchte, der kann das eingebaute Programm Facetime benutzen. Viele werden aber Whatsapp nehmen, das geht mit Smartphones gut und einfach. Alle funktionieren im Prinzip ähnlich, da sieht man die Liste mit den Kontakten, macht vielleicht schon mal eine Gruppe auf und kann dann einfach alle anklingeln, wenn man auf das Kamera-Symbol drückt. Was hilfreich ist, wenn es ein Smartphone oder Tablet ist, dass man einen Halter oder Ständer hat. Denn auf Dauer das Gerät halten, ist eher ungünstig.

SWR1: Beispiel: Ich bin mit meiner Familie zuhause, die Eltern oder Großeltern sind weit weg - wie kann ich die Schalte mal üben, damit sie Weihnachten klappt?

Reinhardt: Das sollte ich in jedem Fall üben, sonst ist der Frust groß. Ob das alles funktioniert mit Bild und Ton kann ich in der Familie ausprobieren, etwa mit Kindern oder anderen, die sich gut auskennen. Auch die Kontaktgruppe für Weihnachten kann ich ja jetzt schon einrichten. Wer das selbst schon mal durchgespielt hat, dem fällt es dann leichter, am Telefon den anderen zu erklären, wie das geht, wenn da was schief läuft.

Welche Programme/Apps brauche ich?

Skype

Der Klassiker unter den Videotelefonie-Apps. Großer Vorteil: Skype läuft auf vielen Plattformen. Ob unter Apples macOS auf Laptops oder iOS auf iPad und iPhone, aber auch auf Windows und Android-Geräten, so kann jeder mit jedem skypen, egal in welcher technischen Welt er sich bewegt. Skype lässt sich sogar auf Linux nutzen sowie komplett online, ohne App einfach im Browser (Chrome oder Edge). Auch mit Sprachassistenten wie Alexa klappt das skypen und selbst die Spielekonsole Xbox kann das. Damit ist Skype der universellste Dienst.

Bildschirmfoto der Skype Webseite (Foto: SWR)
Skype läuft auf sehr vielen Plattformen und bietet einen großen Funktionsumfang. Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Seite von Skype lässt sich auch das Programm für Windows kostenlos herunterladen. Bild in Detailansicht öffnen
Die Installationsdatei wird auf dem Rechner gespeichert. Bild in Detailansicht öffnen
Mit einem Doppelklick auf die Datei startet die Installation. Bild in Detailansicht öffnen
Anschließend möchte das Programm noch ein paar Informationen zum Nutzer wissen. Bild in Detailansicht öffnen
Bei der Installation muss ich eine E-Mail-Adresse angeben. Bild in Detailansicht öffnen
Hier sollte ich ein gutes Passwort verwenden, das nirgendwo anders benutzt wird. Bild in Detailansicht öffnen
Auch der Name wird abgefragt, damit andere Nutzer mich besser finden können. Bild in Detailansicht öffnen
Ich muss auch mein Geburtsdatum angeben, es wird aber nicht überprüft, ob es sich um das korrekte Datum handelt. Bild in Detailansicht öffnen
Die E-Mail-Adresse muss bestätigt werden. Dazu schickt mir Microsoft eine E-Mail mit einer vierstelligen Zahl, die hier eingegeben werden muss. Bild in Detailansicht öffnen
Zum Schluss muss ich noch verzerrte Buchstaben erkennen und eingeben, also ein sogenanntes Captche lösen. Bild in Detailansicht öffnen
Jetzt ist alles fertig. Um losskypen zu können, kann ich nun noch meine Kontakte einladen. Bild in Detailansicht öffnen

Zur Anmeldung bei Skype werden eine E-Mail-Adresse und ein Passwort verlangt. Außerdem wird ein Geburtsdatum abgefragt. Dann kommt eine Mail mit einem 4-stelligen Freischalt-Nummer, den man eingeben muss, um die E-Mail-Adresse zu bestätigen. Wer dann noch das Bild mit verzerrten Buchstaben (Captcha) löst, kann loslegen. Bis zu 50 Teilnehmer lassen sich zusammenschalten, wenn die Internet-Verbindung das hergibt. Möglich sind auch Sprachanrufe ins Festnetz. Dafür kann ich Geld auf mein Benutzerkonto einzahlen und dann recht preiswert auch international eine Telefonnummer anrufen.

Houseparty

Bei der App Houseparty ist der Name Programm, denn die App kann nicht nur Videochat, man kann auch während des Chattens miteinander Spiele spielen - und das mit bis zu 8 Personen. Houseparty läuift auf iOS und Android-Geräten, sowie im Webbrowser und auf dem Mac. Der Haken bei dieser App ist die Datenschutzerklärung. Dort behält sich der Entwickler vor, dass alle Konversationen inklusive Ideen, Konzepte und Technologien für Werbung, Marketing und Entwicklung genutzt werden können. Darüber hinaus ist Houseparty nur auf Englisch verfügbar.

In der Hand hält jemadn ein Smartphone, auf dem die App Houseparty läuft. (Foto: Pressestelle, Life on Air Inc.)
Housearty macht den Videochat zu einer vituellen Party. Pressestelle Life on Air Inc.

Zoom

Eine der Trend-Apps in der Corona-Krise. Bei Zoom können in der kostenlosen Version bis zu 100 Menschen maximal 40 Minuten lang Videofonieren. Zu den größten Vorteilen zählt, dass nur eine Person einen Account benötigt. Der kann dann die anderen einladen. Das geht sowohl auf dem iPhone und iPad, als auch auf Android-Smartphones oder über jeden gängigen Webbrowser. Allerdings ist das Programm eher für Geschäftsmeetings konzipiert und daher nicht sehr benutzerfreundlich.

Ob Skype, WhatsApp, Google Duo oder Facetime, alle Messenger gibt es kostenlos zum herunterladen und sie brauchen eine Verbindung ins Internet. Am Besten funktioniert es, wenn alle Teilnehmer in einem schnellen WLAN sind. Natürlich geht es auch über Mobilfunk, aber der Datenverbrauch kann recht hoch sein. Mit 0,5 MB pro Minute sollte ich rechnen, das sind 5 MB für 10 Minuten. Und die Verbindungsqualität kann schwanken.

Ein Benutzer chattet per Video mit einer Frau (Foto: Pressestelle, Zoom Video Communications, Inc.)
Zoom ist vor allem für Firmen interessant, da dort viele Personen gleichzeitig auch Präsentationen anschauen können. Pressestelle Zoom Video Communications, Inc.

Google Duo

Die App ist wenig bekannt und bietet nicht den Leistungsumfang wie Skype. Dafür tut sie genau das was sie soll, nämlich möglichst einfach Videoanrufe zu ermöglichen. Google Duo sollte auf aktuellen Android-Smartphones bereits vorinstalliert sein. Es lässt sich daher einfach sofort ohne Installation nutzen. Auch im Browser funktioniert das. Die App gibt es zudem für iPhone und iPad und stellt damit eine unkomplizierte Alternative dar.

Bildschirmfoto der Webseite zu Google Duo (Foto: SWR)
Goolge Duo ist eine einfache Alternative zur Videtelefonie

Facetime

Sicherlich von der Technik her, die dahinter steckt, eine der besten Lösungen. Die Bildqualität ist auch in schwachen Netzen ausgesprochen gut. Auch die Bedienung ist denkbar einfach. Leider gibt es FaceTime nur für Apple-Geräte. So können nur Nutzer von MacBooks, iPhones und iPads miteinander in Kontakt treten. Android-Nutzer können FaceTime nicht benutzen.

Bildschirmfoto von der Webseite zu Facetime (Foto: SWR)
Facetime ist für Apple-Geräte eine einfache Lösung

WhatsApp

Der beliebte Messenger WhatsApp bietet ebenfalls Videotelefonie an. Dazu muss ich einfach nur bei meinen Kontakten auf das Kamera-Symbol drücken, schon wird der Videoanruf eingeleitet. Das klappt problemlos auch zwischen Android-Telefonen und iPhones. Da viele Nutzer bei WhatsApp sind, dürfte das eine der am häufigsten genutzten App für Videoanrufe sein. Ich brauche dafür aber ein Smartphone mit einer SIM-Karte und einer Mobilfunknummer. Auf einem reinen WLAN-Tablet oder auf einem Windows-PC lässt sich die App nicht nutzen. Auf dem iPad kann man die WhatsApp-Videotelefonie gar nicht nutzen, egal ob es eins mit SIM-Karte ist oder nicht.

Bildschirmfoto der Webseite bei Whatsapp (Foto: SWR)
Auch mit Whatsapp lassen sich einfach Videoanrufe einleiten

Fazit:

Mit Videotelefonie-Apps lässt sich ein Hauch von Normalität aufrecht erhalten. Auch in Zeiten ohne persönliche Besuche. So kann man zum Beispiel auch an Feiertagen mit der Familie in Kontakt treten, auch wenn man sie momentan lieber nicht besuchen sollte.

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