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Imkerin gibt Tipps zur Pollen-Verarbeitung Das Superfood aus dem Bienenstock

Der Weg von der Blüte bis auf den Teller ist sehr aufwendig, doch er lohnt sich, denn Pollen gelten als sehr gesund. Wie man sie verarbeiten kann, verrät Imkerin Silke Friederich.

Blüttenpollen in einem Glas

Blütenpollen werden ebenfalls vom Imker verkauft

"Blütenpollen allgemein enthalten sehr viele Aminosäureketten und Eiweiße", sagt Silke Friederich. "Und sie enthalten Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente", zählt die Imkerin auf. Es handele es um ein hochwertiges natürliches Produkt.

Aufwendige Verarbeitung

Blütenpollen gibt es als Nahrungsergänzungsmittel. Doch bis der Blütenstaub bei uns auf dem Teller landet, ist es ein weiter Weg: Die Biene trägt ihn in den Stock, um ihre Brut damit zu versorgen. Der Imker befestigt eine so genannte Pollenfalle am Eingang des Bienenstocks, an der die Biene beim Hindurchschlüpfen die Pollen abstreift. Sie müssen noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Zunächst kommen sie für 72 Stunden in einen Trockner. "Eine Art Dörr-Apparat", sagt Friederich. Eingeschweißt müssen sie anschließend drei Tage in die Gefriertruhe bei -19 Grad.

Zubereitung mit Milch- oder Fruchtsäure

Damit die Wirkstoffe optimal aufgenommen werden können, brauchen Blütenpollen bei der Zubereitung Milchsäure oder Fruchtsäure. "Das ist sehr wichtig", sagt Imkerin Silke Friederich. Man könnte das Frühstücksmüsli mit Milch oder Jogurt und Pollen verfeinern, oder sie zunächst mit Apfelsaft oder Orangensaft anrühren und dann ins Müsli geben. "Ich mache sie auch gerne in Smoothies rein", sagt die Imkerin.

Bienenbrot

Bienenbrot oder Perga nennt man den Blütenpollen, den die Bienen in die Wabenzellen einlagern

Perga als weiteres Bienenprodukt

Ihr Imkerkollege Thomas Hans aus Herxheim schätzt auch noch ein weiteres Bienenprodukt: Perga, das sogenannte Bienenbrot. Bienen stellen es aus Blütenpollen her. Die Bienen fermentieren dabei die Pollen im Stock und machen sie somit haltbar.

"Auch das kann der Imker ernten", sagt Hans. Das sei aufwendig und deshalb auch entsprechend teuer. Dafür muss er nicht mit Milch- oder Fruchtsäure zubereitet werden. "Der Kunde hat nicht das Problem, dass er die Pollen vorher auflösen muss", sagt der Imker. "Das hat die Biene für uns gemacht und wir können es 1:1 essen."