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Weihnachten geht endlich ein Traum in Erfüllung - Familiennachwuchs mit vier Beinen. Oft läuft es aber zwischen Hund und Kindern nicht gut und das Tierheim droht. Doch soweit muss es nicht kommen.

Häufig wollen Hundebesitzer nach kurzer Zeit das Tier wieder loswerden. Ein möglicher Grund: Der eigentlich gut erzogene Vierbeiner hat nach den Kindern geschnappt. Ursache ist häufig, dass der Nachwuchs die Körpersprache der Tiere falsch versteht. Um Kinder und Jugendliche dafür zu sensibilisieren, bietet das Tierheim und Tierschutzverein Kreis Ahrweiler e.V. das sogenannte Hundediplom Junior an.

Um mit schwierigen Alltagssituationen besser umgehen zu können, werden im vierstündigen Seminar Inhalte, wie das Kennenlernen von verschiedenen Hunderassen oder die richtige Deutung des Hundeverhaltens, vermittelt. Die Teilnahme ist kostenlos und findet im Hundezentrum in Wachtberg statt.

Die richtige Kommunikation

Rund 40 Kinder haben bisher das Hundediplom bei Christina Bennerscheid gemacht. In den vier Stunden lernen sie, Hunde zu verstehen, sagt die Hundetrainierin: "Es gibt ganz viele Kommunikationsprobleme. Wie in den besten Beziehungen gibt es die auch zwischen Mensch und Tier." Ein Beispiel: Aus der menschlichen Kommunikation kennen wir, dass wir unserem Gegenüber in die Augen schauen, um uns mit ihm auseinanderzusetzen. Wenn wir jetzt den Hund in gleicher Weise anschauen, empfindet das Tier das als eine Drohung.

Geschafft! Hundetrainerin Christina Bennerscheid (Mitte) mit den Kindern, die zum Abschluss die Urkunde für das Hundediplom in Händen halten. (Foto: Foto: Tierheim Ahrweiler e.V.)
Geschafft! Hundetrainerin Christina Bennerscheid (Mitte) mit den Kindern, die zum Abschluss die Urkunde für das Hundediplom in den Händen halten. Foto: Tierheim Ahrweiler e.V.

Kraulen ja, ...

... aber nicht auf dem Kopf - Hunde mögen es nicht, wenn sie auf der Stirn gekrault werden. Das hat auch Teilnehmerin Emilie im Seminar gelernt, genauso wie dem Hund nicht in die Augen zu schauen und dass sie sich nicht über ihn beugen soll: "Der Hund denkt, man würde ihn damit bedrohen", so die junge Teilnehmerin. Am Ende gibt es für den bestandenen Kurs auch eine Urkunde. Und Emilie hat in den vier Stunden viel dazugelernt: "Ich richte mich mehr nach meinem Hund und beschäftige mich viel mehr mit ihm, weil ich jetzt weiß, was ich richtig und falsch mache."

Fünf Tipps für junge Hundehalter

  • Dem Hund nicht direkt in die Augen schauen
  • Das Tier nicht auf dem Kopf kraulen
  • Nicht über den Hund beugen
  • Keine Sachen wegnehmen
  • Nicht an dem Hund ziehen - das gilt insbesondere für sein Fell

Gefördert wird der bisher einzige Kurs in Rheinland-Pfalz vom Umweltministerium des Landes mit insgesamt 9.000 Euro. Dazu Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne):  "Der richtige Umgang mit Hunden ist sowohl für Hund als auch Mensch wichtig."

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