Hits und Storys "Pink Floyd" und "The Beatles"

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Eine kuschelige Atmosphäre in den Abbey Road Studios. Vor 50 Jahren standen dort die Beatles und Pink Floyd in getrennten Studios und arbeiteten an ihren Alben. SWR1 Musikredakteur Werner Köhler erzählt von der musikalischen Zusammenarbeit der beiden Bands.

London in den mittleren und späten 60er Jahren war eine fantastische Zeit. Die Bands waren damals keine Konkurrenten, so wie es heute oft der Fall ist. Damals haben sich viele gekannt, eng zusammengearbeitet und sich gegenseitig unterstützt. Treu in dem Glauben: Zusammen machen wir bessere Musik.

Pink Floyd und die Beatles waren beide bei der Plattenfirma EMI unter Vertrag, dass sie sich getroffen haben, war aber ein großer Zufall. Pink Floyd hatten damals ihr erstes Album gemacht "The Piper at the Gates of Dawn", während die Beatles an "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" gearbeitet haben. Wie viele meinen, ihr größtes Album.

Sind die Bands sich in den Abbey Road Studios begegnet?

Am Anfang gar nicht. Steht man heute vor den Abbey Road Studios, sieht man nur einen ganz kleinen Eingang und möchte gar nicht glauben, dass hier so große Bands ihre Alben produziert haben. Geht man aber in den hinteren Bereich, von der Straße weg, dann erkennt man, dass es ein riesiger Gebäudekomplex ist, der viele Studios beinhaltet.
Die Beatles waren immer in Studio 2, während Pink Floyd in Studio 3 aufgenommen haben. Trotzdem hat man sich auf dem Flur erstmal nicht gesehen. Die Tontechniker haben sich aber in der Kantine ausgetauscht und erzählt, mit welchen Bands sie zusammenarbeiten. Später dann in den jeweiligen Studios haben sie diese Infos den Bands erzählt. So wussten diese dann, wer gerade nebenan aufnimmt. Die Beatles sind dann mit offenen Ohren ins Studio gekommen, als Pinky Floyd an ihrem Debütalbum gearbeitet haben.

Wie fanden die Beatles die Musik von Pink Floyd?

Die Art der Musik wurde damals als Underground bezeichnet. Es war eine ganz neue Musikrichtung und sehr experimentell. Beispielsweise "Astronomy Domine" , das Lied das Pink Floyd lange Jahre gespielt haben.
Pink Floyd war eine aufstrebende Band und die Beatles waren sehr beeindruckt von ihnen, weil sie neue Wege gingen, etwa da sie mit viel elektronischen Klangfarben gearbeitet haben.

Es kam dann tatsächlich dazu, dass die Beatles ins Studio von Pink Floyd gegangen sind, als diese gerade am Produzieren waren. Diese erstarrten daraufhin vor lauter Schreck, als die Tür aufging und Paul McCartney, Ringo und George hereinkamen. Diese waren aber sehr wohlgesonnen und fanden deren Musik wirklich toll. Paul McCartney hat ihre Musik auch ausdrücklich gelobt. Pink Floyd aber hatten damals richtig Angst vor den Beatles, denn sie standen ja schließlich noch ganz am Anfang.

Gab es dann noch einen Gegenbesuch?

Ja! Pink Floyd haben dann auch den Beatles einen Besuch abgestattet und haben sich angehört, wie diese "Lovely Rita" eingespielt haben. Es heißt, sie haben dabei eine ganze Menge gelernt und mitnehmen können. Es war also alles in allem eine sehr schöne Zusammenarbeit, ein Sich-Kennen, Sich-Gegenseitig-Fördern und nicht "Was wollen denn die jungen Typen hier". Die Beatles, so groß sie damals auch waren und angehimmelt wurden, haben auch auf den musikalischen Nachwuchs geachtet. Pink Floyd war damals der Nachwuchs und einige Jahre später waren sie fast so groß wie die Beatles.

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