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"Wie können wir schlafen, wenn unsere Betten brennen?" Mit diesen Worten wollte die australische Band "Midnight Oil" 1987 die Menschen aufrütteln und auf die Menschenrechtsverletzungen an den Aborigines hinweisen. Auch heute sind seine Worte noch von großer politischer Bedeutung.

Dauer

Out where the river broke
The bloodwood and the desert oak
Holden wrecks and boiling diesels
Steam in forty-five degrees

Ein Fluss, zwei Bäume - der Blutholzbaum und die Wüsteneiche - dazwischen Autowracks des australischen Herstellers Holden. Das Metall dampft förmlich bei heißen 45 Grad. Midnight Oil singen hier von einem Land westlich des Lake MacDonald. Es ist das Land der Ureinwohner des Stammes der Pintupi. Die australischen Ureinwohner wurden in den 1940er bis 1980er Jahren gewaltsam umgesiedelt, um in ihrer Heimat Atomwaffen zu testen. Die Kinder wurden den Familien teilweise weggenommen und in staatlichen oder kirchlichen Einrichtungen untergebracht. Der Song von Midnight Oil sendet eine klare Botschaft: Dieses Unrecht muss wieder gut gemacht werden!

The time has come
To say fair’s fair
To pay the rent
To pay our share

The time has come
A fact’s a fact
It belongs to them
Let’s give it back

"Die Zeit ist gekommen, zu sagen, es ist gerecht, die Miete zu zahlen, unseren Beitrag zu zahlen. Die Zeit ist gekommen. Fakt ist: Es gehört ihnen. Lasst es uns zurückgeben." Die Worte von Midnight Oil sind klar: Sie sehen die ehemaligen australischen Einwanderer in der Verantwortung, das Unrecht an den Aborigines wieder gutzumachen. Ihr Lied hat damit eine kontroverse politische Botschaft, die Menschen zum Umdenken bewegen soll.

Band zeigt Unmut mit Outfits und Musik

Bei den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 hatte Midnight Oil die Chance, ihre Botschaft an Millionen Menschen zu richten. Allerdings nur durch ihre Musik, denn in den Moderationen durfte die Band keine politischen Äußerungen tätigen. Ihrem Unmut verlieh die Band unter anderem mit ihren Outfits Ausdruck. Alle Bandmitglieder waren ganz in Schwarz gekleidet und trugen T-Shirts mit dem Aufdruck "Sorry".

Der Wille, politisch etwas zu verändern, führte schließlich aber auch zur Auflösung der Band. 2002 entschloss sich Frontsänger Peter Garrett, in die Politik zu gehen und die Bandmitglieder gingen vorerst getrennte Wege. 2007 wurde er von der australischen Regierung zum Minister für Umwelt, Kulturerbe und Kunst ernannt. Doch nach elf Jahren in der Politik sehnte Garrett sich doch zurück auf die Bühne. 2013 kehrte er dann wieder der Politik den Rücken zu und seit 2017 ist er wieder mit der Band auf Tour.

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