Igel im Herbstlaub (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Rührei ja, Milch nein

So helfen Sie Igeln im Herbst und Winter

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Bevor die Temperaturen endgültig auf Werte unter fünf Grad fallen, sind Igel noch schwer aktiv und auf Futtersuche. Denn jetzt zählt jedes Gramm für den Winterspeck. Die eigentlich nachtaktiven Tiere können nun sogar tagsüber bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Brauchen die Igel jetzt unsere Hilfe?

Baumaterial gesucht

Solange die Temperaturen noch deutlich über null Grad liegen, raten die Experten des BUND dazu, Igel bei ihren Vorbereitungen für den Winterschlaf lediglich zu "unterstützen". Liegen gelassenes Herbstlaub, ein Reisig- oder Komposthaufen liefern dem Igel das notwendige Material für den Ausbau eines Winterquartieres. Je mehr der Igel davon findet, desto besser isoliert ist sein Winterquartier später. Gibt es dann noch einen trockenen, geschützten Hohlraum, zum Beispiel in einer Ecke des Gartens oder unter dem Gartenhäuschen, dann ist das perfekte Winterquartier bereits fast ausgebaut.

Richtig füttern

Igel nutzen die letzten Plusgrade, um sich einen Teil ihres Winterspecks anzufressen, den sie dann während ihres Winterschafes verbrauchen. Wird das Nahrungsangebot in diesem Moment knapp, kann eine Igel-Futterstelle helfen. Zum Zufüttern eignet sich, so die Experten, Dosenfutter für Hunde oder Katzen, ungewürztes Rührei, durchgekochtes Geflügel- oder gegartes Hackfleisch. Wer zum Spezialfutter für Igel greift, der sollte das Trockenfutter nur in kleinen Mengen untermischen.

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Keine Milch

Zum Trinken bekommen Igel nur frisches Wasser. Geben Sie einem Igel KEINE Milch! Die vertragen die kleinen Gesellen nicht, reagieren mit Durchfall und verlieren im schlimmsten Fall so viel Flüssigkeit, dass sie daran sterben können.

Sobald das Thermometer unter Null fällt, ist für den Igel Winterschlaf angesagt. Stellen Sie die Fütterung dann ein, damit der Igel - wie von der Natur vorgesehen - auch schläft und nicht künstlich wach gehalten wird.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

Sollten Sie im Verlauf des Winters, bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee, tagsüber einen Igel sehen, dann könnte das Tier unter Umständen Hilfe gebrauchen. Ein Eingreifen ist dann richtig, so Experten, wenn das Tier Verletzungen oder Anzeichen von Unterernährung aufweist. Ist der Gang des Igels torkelnd oder weist das Tier eine sichtbare und ausgeprägte "Hungerlinie" (damit bezeichnet man eine sichtbare Einbuchtung hinter dem Kopf und herausstehende Hüftknochen) auf, dann benötigt es ebenso Hilfe, wie wenn das Tier apathisch reagiert, schlitzförmige, eingefallene Augen hat und sich bei Berührung nicht zusammenrollt. Ebenfalls hilfsbedürftig sind oft relativ spät im Jahr geborene Jungtiere, die werden sie zu dieser Jahreszeit außerhalb des Nests angetroffen, oft mutterlos, unterernährt und unterkühlt. Sie benötigen ebenfalls Hilfe. Eine umfangreiche Checkliste für Fundtiere finden Sie auf der Homepage von Pro Igel zum Download.

Ab zum Igelexperten

Igel sind keine Spielgefährten für Haustiere und Kinder, sondern wild lebende Tiere. Wenn Sie im Winter ein geschwächt wirkendes Tier finden, holen Sie sich Rat beim Igelexperten. Neben Tierärzten oder dem Veterinäramt gibt es auch in vielen Gebieten Igelstationen oder Vereine wie zum Beispiel Pro Igel, die geschwächten und unterernährten Igeln wieder auf die kleinen Beinchen helfen. Gesunde Igel benötigen keine Hilfe und sollten umgehend wieder ausgesetzt werden. Ausführliche Hilfe- und Pflegetipps finden Sie auf den Seiten des NABU Rheinland-Pfalz.

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