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Ätherische Öle, äußerlich angewendet, können nicht nur unser Wohlbefinden verbessern, sondern werden seit Jahrhunderten auch zu therapeutischen Zwecken in der Heilkunde eingesetzt.

Aromatherapeuten arbeiten mit rund 150 verschiedenen Ölen. Gewonnen werden die leicht flüchtigen Öle aus Blüten, Blättern, Früchten und Wurzeln oder aus Rinden. Dafür werden die Pflanzenbestandteile entweder einfach gepresst oder mithilfe von Wasserdampf destilliert.

Übrigens: Nur die echten ätherische Öle wirken heilend. Naturidentische, synthetische Öle schaffen das offenbar nicht.

So funktionieren die duftenden Öle

Unser Geruchssinn kann durch den Duft der ätherischen Öle gezielt beeinflusst werden. Dabei hält die Wirkung der Öle länger an, als wir sie bewusst wahrnehmen, also riechen. Die ätherischen Öle wirken über das Riechzentrum unmittelbar auf das Gehirn, das dadurch stimulierende, beruhigende oder harmonisierende Botenstoffe ausschüttet.

Die Öle können aber auch direkt über die Haut aufgenommen werden und so ins Blut gelangen. Ätherische Öle werden in Duftlampen angewendet, als Massageöl oder Sauna-Aufguss genutzt, kommen als Voll- und Teilbad zur Anwendung und auch als Kompressen und Wickel.

Grundsätzlich sind ätherische Öle zwar gut verträglich, aber auch sie können Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Deshalb sollten sie nicht unverdünnt angewendet werden.

Einige ätherische Öle und ihre Wirkungen

Wissenschaftliche Studien zu den Wirkungen gibt es nur wenige. Das meiste Wissen stammt aus der Volksmedizin, wurde über Jahrhunderte ausprobiert und beobachtet.

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Bestärkendes Bergamotteöl

Es wirkt revitalisierend und motivierend. Bergamotte ist ideal, wenn man etwas vor hat, das Überwindung kostet, weil es selbstsicherer machen soll.

Erdendes Fichtennadelöl

Wer unruhig ist, kann sich mit Fichtennadelöl wieder erden, zurück zur inneren Mitte finden.

Entspannendes Hanföl

Das ätherisches Hanföl wirkt beruhigend und soll außerdem Entzündungen hemmen und Verspannungen sowie Krämpfe lösen. Das Speiseöl aus Hanf wird gewonnen, indem die Samen gepresst werden. Das ätherische Hanföl wird aus Blüten und Blättern destilliert und wirkt wie das Speiseöl nicht berauschend.

Beruhigendes Lavendelöl

Die Hauptbestandteile des Öls beeinflussen nachweislich unser zentrales Nervensystem und wirken besonders bei gestressten, unruhigen Menschen beruhigend und angstlösend. Lavendelöl fördert den Schlaf und kann als Duft- oder Massageöl angewendet werden.

Wohltuender Tee - Glastasse mit frischen Gartenkräutern auf Holz (Foto: dpa Bildfunk, Zoonar.com/Petra Schüller)
Wohltuender Tee - mit frischen Kräutern Zoonar.com/Petra Schüller

Schmerzlinderndes Pfefferminzöl

Pfefferminze steigert mit seiner erfrischenden Wirkung die Konzentration und lindert Kopfschmerzen, wenn man es auf Schläfen und Stirn reibt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Pfefferminzöl hier genauso effizient wie frei verkäufliche Schmerztabletten wirken kann.

Konzentrierendes Rosmarinöl

Es kann unser Erinnerungsvermögen verbessern. Eine Studie konnte nachweisen, dass die Gedächtnisleistung um bis zu 75 Prozent gestiegen war, nachdem die Probanden Rosmarin inhaliert hatten.

Heilendes Teebaumöl

Es reinigt Wunden und kann das Heilen von Narbengewebe fördern. Auch Fußpilz, Herpes oder Warzen kann man damit behandeln.

Lösendes Thymianöl

Einige Tropfen Thymianöl ins Gurgelwasser und schon lindert Thymian Halsschmerzen und löst festsitzenden Husten.

Keimtötendes Zimtöl

Ätherisches Öl aus Ceylon-Zimt ist wirksam gegen Bakterien und Pilzbefall und gilt deshalb als entzündungshemmend beziehungsweise hilfreich bei der Wundheilung. Außerdem soll das Öl blutdrucksenkend sein und sich positiv auf den Blutzucker auswirken.

Launige Zitrusöle

Zitrusaromen heben die Stimmung, sorgen für gute Laune und wirken anregend. Grapefruit- und Orangenöl sind hier eine Empfehlung.

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