Fliegenpilze (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Horst Ossinge)

Vorsicht beim Sammeln

Zehn giftige Pilze in unseren Wäldern

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AUTOR/IN
Sabine Schütze-Kurth

Sie wachsen in den heimischen Wäldern und sind eine unterschätzte Gefahr: giftige Pilze. Von diesen zehn Sorten sollten Sie die Finger lassen.

Grüne Knollenblätterpilze

Der Grüne Knollenblätterpilz ist wohl für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Er schmeckt gut. Seine fatale Wirkung entfaltet er zeitverzögert und das macht ihn so gefährlich: Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall beginnen erst etwa sechs Stunden nach dessen Verzehr. Besonders trügerisch: Danach geht es einem zunächst besser, bevor ein zweites Gift irreparable Leberschäden verursacht.

Nur eine rechtzeitige Behandlung kann den tödlichen Ausgang der Vergiftung abwenden. Junge Exemplare werden leicht mit Bovisten verwechselt, weil sie noch nicht charakteristisch grün sind.

Im vergangenen Jahr zeichnete die Deutsche Gesellschaft für Mykologie als "Pilz des Jahres" aus.

Grüne Knollenblätterpilze (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/chromorange/Weingartner)
Grüne Knollenblätterpilze picture alliance/chromorange/Weingartner

Kegelhütiger Knollenblätterpilz

Aufgrund des weiß gefärbten Hutes wird der Knollenblätterpilz schon mal mit Champignons verwechselt, zumal er angenehm mild schmeckt. Dabei ist er genauso giftig wie sein Verwandter, der Grüne Knollenblätterpilz.

Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel)
Kegelhütiger Knollenblätterpilz picture alliance / blickwinkel

Karbolegerling

Er wird auch Giftchampignon genannt, was schon deutlich darauf hinweist, dass hier ebenfalls eine Verwechslungsgefahr besteht. Er enthält krebserregendes Phenol, weswegen er beim Kochen deutlich nach Desinfektionsmittel riecht.

Karbolegerling (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/WILDLIFE)
Karbolegerling picture alliance/WILDLIFE

Orangefuchsiger Raukopf

Durch seinem aufgestellten Hut kann der Orangefuchsige Raukopf mit Pfifferlingen verwechselt werden. Er duftet zart nach Rettich und schmeckt mild. Die gefährliche Wirkung wird so verschleiert: Der Raukopf enthält lebensgefährliche nieren- und leberschädigende Gifte.

Vergiftungssymptome treten frühestens nach zwei Tagen auf, können aber auch erst nach zwei Wochen auffallen. Das macht eine Diagnose schwierig und den Pilz extrem heimtückisch.

Orangenfuchsige Rauköpfe (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst / Klaus-Dietmar Gabbert)
Orangenfuchsige Rauköpfe picture alliance / dpa Themendienst / Klaus-Dietmar Gabbert

Spitzgebuckelter Raukopf

Der Spitzgebuckelte Raukopf sieht dem Orangefuchsigen nicht nur sehr ähnlich. Er enthält auch die gleichen Gifte und ist deswegen genauso gefährlich. 

Spitzgebuckelter Rauhkopf  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER/O. Diez)
Spitzgebuckelter Rauhkopf picture alliance/imageBROKER/O. Diez

Gifthäubling

Er wird auch Nadelholzhäubling genannt und wächst gern in kleinen Gruppen. Er hat die gleichen Gifte wie die Knollenblätterpilze. Schon 100 Gramm sollen tödlich wirken. Da er aber muffig riecht, will man ihn eher nicht essen, obwohl er dem essbaren Stockschwämmchen ähnlich sieht.

Gifthäubling (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/ E. Kajan)
Gifthäubling picture alliance / blickwinkel/ E. Kajan

Fliegenpilz

Er verursacht selten Todesfälle, kann aber in hohen Mengen durchaus schwere Vergiftungen hervorrufen. Sie enthalten psychoaktive Substanzen, die Halluzinationen und Muskelzuckungen hervorrufen. Deshalb sind sie die "Pilze zum Fliegen".

Fliegenpilze (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Zoonar / Markus Essler)
Fliegenpilze picture alliance / Zoonar / Markus Essler

Pantherpilz

Er sieht aus wie der Fliegenpilz ohne rote Farbe, dafür mit einem typisch hellbraunen Hut. Deswegen kann er mit dem essbaren Perlpilz verwechselt werden. Er enthält die gleichen Gifte wie der Fliegenpilz, nur in etwas höherer Dosierung.

Pantherpilz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER/NielsDK)
Pantherpilz picture alliance/imageBROKER/NielsDK

Frühjahrs-Lorchel

Junge Exemplare werden mit essbaren Morcheln verwechselt. Die Früh- oder Frühjahrs-Lorchel enthält ein Gift, dass sich beim Kochen oder Trocknen fast komplett verflüchtigt. Da bei einer Vergiftung aber die Gefahr von dauerhaften   Organschäden besteht, wird grundsätzlich vom Verzehr abgeraten.

Frühjahrs-Lorchel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER/Marko König)
Frühjahrs-Lorchel picture alliance/imageBROKER/Marko König

Kahler Krempling

Giftig ist der Kahle Krempling eigentlich nur roh. Gekocht wurde er Jahrhunderte als hervorragender Speisepilz geschätzt, bis merkwürdige Vergiftungen nach dessen Verzehr auffielen.

Etwa die Hälfte der Kremplinge enthält ein Antigen, dass nach mehrmaligem Genuss zu einer Überreaktion des Immunsystems führen kann, die die roten Blutkörperchen zerstört und tödlich enden kann.

Kahler Krempling (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/S. Derder)
Kahler Krempling picture alliance / blickwinkel/S. Derder

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Sabine Schütze-Kurth