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Die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes Westerdam, das im Moment im kambodschanischen Hafen von Sihanoukville vor Anker liegt, dürfen von Bord gehen. Nachdem alle Passagiere negativ auf den Coronavirus getestet wurden, gaben die kabodschanischen Behörden grünes Licht.

Für Markus König aus Mainz rückt damit der Heimflug nach Deutschland in greifbare Nähe. Er befand sich mit seinem Partner an Bord der Westerdam. Bevor klar war, dass die Reisenden zurück nach Deutschland dürfen, hatte SWR1 Moderatorin Birgit Steinbusch mit ihm gesprochen:

Birgit Steinbusch: Was für eine Hochzeitsreise, oder?

Dauer

Markus König: Das hatten wir uns am Anfang auch ganz anders vorgestellt. Eigentlich hatten wir eine Reise von Hongkong nach Schanghai über die Philippinen, Taiwan, Japan und Südkorea gebucht. Jetzt sind wir in Kambodscha gelandet. Das ist eine ganz andere Route als die, die wir geplant hatten und bisher haben wir auch nur einen einzigen Hafen gesehen.

Jetzt hängen Sie in Sihanoukville in Kambodscha fest. Wie sieht jetzt ein Tag auf dem Schiff aus?

Auf der einen Seite geht hier an Bord das Fünf-Sterne-Kreuzfahrtleben mit Pool, Dinner und Unterhaltungsprogramm weiter. Auf der anderen Seite sind wir natürlich gespannt, wie es überhaupt weitergeht und fragen uns: Wie kommen wir nach Hause? Das macht das Ganze im Moment ein bisschen surreal.

Gehen alle gelassen mit der Situation um?

Wir gehen alle gelassen damit um. Die Meisten machen sich auch keine Sorgen um das Virus und um ihre Gesundheit. Das ist hier an Bord fast kein Thema. Aber man fragt sich natürlich: Wie geht es zuhause weiter? Zuhause wartet der Job, warten die Geschäfte. Trotzdem ist die Stimmung nach wie vor optimistisch bis gelassen.

Auf der Diamond Princess, die im Hafen von Yokohama in Quarantäne liegt, dürfen sich die Passagiere nicht frei bewegen. Dort dürfen sie nicht einmal Ihre Kabinen verlassen. Wie ist das bei Ihnen?

Das Kreuzfahrtschiff westerdam im Hafen von Sihanoukvielle (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Kyodo)
Das Kreuzfahrtschiff Westerdam im Hafen von Sihanoukville in Kambodscha. Schilder warnen vor einer möglichen Gesundheitsgefahr. Kyodo

Wir dürfen uns frei bewegen und unsere Kabinen verlassen. Aber hier an Bord gab es bisher auch keinen Fall von Corona. Die ehemalige Passagierin wurde ja auf dem Heimweg beim Umsteigen auf dem Flughafen positiv getestet. Insofern dürfen wir uns hier an Bord frei bewegen. Seit am Sonntagabend vor einer Woche die Nachricht über den positiven Test hier an Bord eingetroffen ist, dürfen wir allerdings das Schiff nicht mehr verlassen. Die Westerdam ist somit auch nicht in Quarantäne im eigentlichen Sinne.

Wann wollten Sie wieder zuhause in Mainz zu sein?

In unserer ursprünglichen Planung wollten wir am Sonntag wieder in Mainz sein. Inzwischen gab es fünf geplante Rückflüge, die alle immer wieder umgebucht worden sind. Jetzt schauen wir mal, wann der sechste Rückflug geplant ist und ob er wirklich so stattfindet.

Diamond Princess (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Kyodo)
Im Gegensatz zur Westerdam liegt das Kreuzfahrtschiff Diamond Princess im Hafen von Yokohama in Quarantäne. An Bord waren insgesamt 542 Passagiere und Crew-Mitglieder mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Japan beginnt jetzt, nach zweiwöchiger Quarantäne, mit der Evakuierung des Schiffes. Kyodo
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