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Dave Jörg (Foto: S. Waldmannstetter) (Foto: SWR)

Gary Barlow hat als Kopf der Boyband Take That und als Solokünstler Welthits wie "Back for Good" oder "Let me go" geschrieben. Aktuell hat er ganz neue Musik am Start. Am 27. November erscheint sein viertes Solo-Album "Music played by Humans", das überraschend anders klingt.

Gary Barlow - "Music played by Humans"  (Foto: Polydor Import)
Gary Barlow - "Music played by Humans" Polydor Import

Neues Album mit neuem Sound

"Music played by Humans" heißt das neue Gary Barlow-Album, auf Deutsch: "Musik von Menschen gespielt". Durchaus eine augenzwinkernde Anspielung darauf, dass in der aktuellen Pop-Musik ohne Computer fast nichts mehr geht: "Und da bin ich selbst der Schlimmste von allen. Ich bin doch der Typ, der mit seinem Laptop wo er geht und steht Musik zusammenbastelt."

Handgespielte Musik – vor Corona entstanden

Bei seinem neuen Album war die Idee allerdings eine andere, sagt Gary Barlow: "Ich wollte so viele echte Musiker wie möglich im Studio haben. Klar, ich habe für Alben schon mit Streichern gearbeitet oder mit Blechbläsern, aber noch nie mit einem vollen Orchester. Aber genauso eine Riesenmenge Leute wollte ich haben."

Die aufwendigen Studioaufnahmen für "Music played by Humans", die stilistisch zwischen Jazz, Swing und Pop wechseln, sind lange vor der Corona-Krise und den Lockdowns entstanden. Gary Barlow denkt mit Wehmut daran: "Das erfüllt mich heute noch mit Freude, wie wir mit den Musikern so eng zusammengearbeitet haben. Jetzt im Moment könnte ich das Album gar nicht machen. Deshalb bedeutet es mir umso mehr."

Für sein neues Solo-Album hat sich Barlow auch Freunde ins Studio geholt, darunter den kanadischen Sänger Michael Bublé: "Michael und ich kennen uns schon lange, wir haben aber noch nie einen Song zusammen aufgenommen." Für die erste Singleauskopplung "Elita" wollte Bublé unbedingt dabei sein, nach dem ihm Barlow die erste Demoversion geschickt hat. Die Latino-Pop Nummer ist ein ungewohnter Sound für ihn.

Tänzerin "Elita" hat Gary Barlow verzaubert

Barlow hat sich für den Song von einem besonderen Erlebnis inspirieren lassen: "Ich war Ende der 90er auf Tour in Südamerika. In Rio de Janeiro waren wir in diesem Club. Den ganzen Abend kündigten sie an, dass eine "Elita" bald auf die Bühne kommen würde. Um Mitternacht ist dieses Mädchen Elita dann tatsächlich auf die Bühne getreten. Und Sie war echt der Hammer, eine unglaubliche Tänzerin. Ich wollte immer ein Lied über dieses tolle Erlebnis schreiben."

Die Anfänge

Etwa 2.000 Songs hat Take-That-Chef Gary Barlow nach eigenen Angaben bis heute geschrieben. Nachdem er Keyboard spielen gelernt hat, legte er mit 15 damit los: "Als ich mit 19 Jahren dann Ende der 80er zu Take That kam, hatte ich schon hunderte Lieder auf Halde", erzählt er im Gespräch mit SWR1-Rheinland-Pfalz.

Peinlich oder nicht – Gary Barlow hat den Song immer noch drauf und gibt im SWR1-Talk sogar eine Kostprobe davon:

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"Schlechte Sachen kriegst Du aus YouTube nicht raus!"

Aus der frühen Zeit stammt zum Beispiel auch das Stück "A Million Love Songs", das es 1992 sogar auf das erste Take-That-Album (Take That & Party) geschafft hat.

Popgruppe Take That (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Take That Band Photo/photoshot)
Take That (1996) Take That Band Photo/photoshot

Peinlicher Auftritt in der BBC

Doch Barlows allererster selbst verfasster Song ist ihm heute einfach nur peinlich. Es war ein reichlich kitschiges Weihnachtslied, mit dem er 1986 sogar in einer BBC-Fernsehshow auftreten durfte: in hellem Pullover, ein bisschen pausbackig und mit bravem Scheitel. Ein alter Heimvideo-Mitschnitt davon hat es tatsächlich ins Netz geschafft. Im SWR1-Interview lacht er selbstironisch darüber: "Das Problem ist, die schlechten Sachen kriegst du aus YouTube nicht mehr raus."

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