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Ist es mal wieder sonnig und trocken, bedeutet das Extraschichten für alle Gartenbesitzer. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ihren Garten effektiv und trotzdem sparsam bewässern können.

Boden auflockern

Ausgetrockneter Boden hat beim Gießen einen Nachteil: Das Wasser fließt zu schnell ab und versickert kaum. Wer seine Beete auch im Sommer regelmäßig mit Flachhacke und Grubber bearbeitet und auflockert, der beugt hier effektiv vor. Außerdem geht die Verdunstung bei aufgelockertem Boden deutlich langsamer. Expertentipp: Verteilen Sie getrockneten Rasenschnitt oder Rindenmulch auf den Beeten. Das verlangsamt ebenfalls die Verdunstung.

Morgens gießen

Gießkanne (Foto: Colourbox)
Lockern Sie gegelmäßig Ihre Beete auf. Das macht das Gießen noch effektiver.

Laut Hans Willi Konrad vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Bad Kreuznach sollte man möglichst früh gießen: "Man muss morgens seinen Hintern so früh wie möglich in den Garten wuchten und gießen." Nachdem der Boden in den Nachtstunden etwas abkühlen konnte, ist die Zeit zwischen drei und fünf Uhr die beste Zeit für die Bewässerung. In dieser Zeitspanne ist zusätzlich die Verdunstung gering.  "Morgens hat die Pflanze noch Zeit, die Feuchtigkeit aufzunehmen und ist für den Tag gerüstet", erklärt Konrad. Für Frühaufsteher und für die automatisierte Bewässerung mittels Zeitschaltuhr ist der frühe Morgen kein Problem.

Wässern Sie Ihren Garten dennoch lieber in den Abendstunden, sollten Sie das zügig und gezielt tun.  "Wenn ich zu spät abends gieße, bleibt der Boden und die Pflanze lange feucht", sagt der Gartenexperte. Das könne dann wiederum zu Pilzerkrankungen und Schneckenbefall führen. Zum Gießen ungeeignet sind die sonnenintensiven, heißen Stunden um die Mittagszeit. Wer hier in größerem Umfang wässert, der riskiert Verbrennungen an Blättern und Blüten.

Wassertemperatur

Direkt aus der Leitung entnommenes Wasser ist für aufgeheizte Pflanzen zu kalt. Idealerweise kommt das Gießwasser aus der Regentonne oder der Zisterne. Experten raten dazu die Regentonne an heißen Tagen (ohne Regen) morgens aus der Wasserleitung zu befüllen und abzudecken. Dann hat das Wasser am Abend die perfekte Gießtemperatur.

Gießkanne und Brause

Schlauchbrause (Foto: Colourbox)
Eine Schlauchbrause und nicht zu hoher Wasserdruck eignen sich enfalls gut zur Bewässerung.

Nutzbeete werden idealerweise mit der Gießkanne bewässert. Je nach Bepflanzung sind für eine ausreichende Bewässerung bis zu zwei Gießkannen Wasser pro Tag ausreichend. Achten Sie darauf, das Wasser möglichst nahe an die Pflanze zu bringen. Viele Pflanzen, wie zum Beispiel Tomaten, Zucchini oder Gurken mögen kein Wasser auf Blättern und Blüten. Bei Schlauchbewässerung darf nicht mit zu hohem Druck gearbeitet werden. Idealerweise nutzen Sie bei der Schlauchbewässerung eine Brause.

Perlschlauch und Mikrobewässerung

Sprühschlauch (Foto: Colourbox)
Perl- oder Sprühschläuche zur effektiven Bewässerung

In Beeten verlegte Perl- oder Sprühschläuche, die mit zehn oder mehr Löchern pro laufendem Meter das Wasser direkt an den Boden abgeben gelten ebenfalls als sehr effektiv. Immer weiter verbreitet sich auch der Trend der Mikrobewässerungssysteme. Hier wird ein kreisförmiges System dünner Schläuche mit entsprechenden Bewässerungsdüsen direkt an den Pflanzen im Garten verlegt. Beide Möglichkeiten halten die Verdunstung gering und sparen dadurch Wasser. "Automatische Bewässerung hilft Wasser zu sparen", sagt Hans Willi Konrad. "Ich sehe immer wieder, dass trotz Aufklärung immer noch sehr viele Kleingärtner das Wasser verschwenden."

Clevere Gießhelfer

Clevere Gießhelfer (Foto: SWR, Stefan Kltz)
Für alle, die keinen Wasseranschluss auf dem Balkon oder Terrasse haben, gibt es ein bewährtes System, das mit Tropfkugeln aus Ton arbeitet. Stefan Kltz Bild in Detailansicht öffnen
Die Tropfer ziehen das Wasser aus einem Eimer in einen Tonkörper im Boden. Ein Vorrat von zum Beispiel zehn Litern genügt, um zwei Balkonkästen rund zwei Wochen lang zu bewässern. Stefan Kltz Bild in Detailansicht öffnen
Die Alternative sind Kunststoff-Tropfkörper, gespeist aus einer PET-Flasche. Die Wassermenge kann reguliert werden. Stefan Kltz Bild in Detailansicht öffnen
Tropfgefäße gibt es auch in originellen Formen und mit unterschiedlichem Fassungsvermögen. Stefan Kltz Bild in Detailansicht öffnen

Kein Rasensprenger

Der Rasensprenger eignet sich nicht für das Bewässern von Beeten. Dadurch, dass dabei die Blätter der Pflanzen ständig feucht gehalten werden, steigt die Gefahr von  Pilzinfektionen und Fäulnis.

Kübelpflanzen

Da das Wurzelwachstum durch den Kübel begrenzt ist, brauchen Kübelpflanzen in heißen Perioden besonders regelmäßige Zuwendung. Dabei gilt: Je kleiner der Kübel, desto mehr – aber nicht zu viel – Wasser. Sonst freut sich nur der Überlauf. Hängende Blätter sind bei Topf- oder Kübelpflanzen ein gutes Zeichen für dringenden Handlungsbedarf. Sehr kleine Kübel können sogar zwei Mal am Tag bewässert werden. Voraussetzung: Das jeweilige Pflanzgefäß hat ein Ablaufloch.  

Wiederbelebung

Verdorrte Topfpflanzen sollten mitsamt Topf in einen mit Wasser gefüllten Eimer gestellt werden. Steigen keine Bläschen mehr auf, ist die Erde ausreichend durchnässt. Wichtig auch hier, das Ablaufloch am Topf, um überschüssiges Wasser abzuleiten.

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