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Seit Corona ist die FFP2-Maske vor aller Munde. Sie soll Schutz für den Träger und das Gegenüber bieten. Aber woran erkennt man eine gute oder eine geprüfte FFP-Maske? Martin Thiel aus der SWR1 Umweltredaktion hat die Antworten.

Gar nicht oder nur schnell geprüfte Masken

Diesen Unterschied festzustellen, ist relativ schwer, weil der Markt unübersichtlich ist. Im März und April war die Nachfrage zum Beispiel so groß, dass auch ungeprüfte Masken aus China zugelassen wurden. In einem zweiten Schritt wurde das Prüfverfahren für die Masken, das normalerweise sechs Wochen dauert, abgekürzt und ein Schnelltest zugelassen.

Bei diesem Schnelltest fallen aber rund 60 Prozent der Prüfanforderungen weg. So dauerte die Prüfung auf Durchlässigkeit dann nur noch drei Minuten anstatt der notwendigen 63 Minuten. Nach Schätzungen der Prüforganisation Dekra kamen so rund acht Milliarden Masken auf den Markt, von denen lediglich die Hälfte nur schnell oder richtig getestet wurden. Erst seit dem 1. Oktober dürfen nur noch Masken neu vertrieben werden, die das normale, aufwändigere Prüfungsverfahren durchlaufen haben. Bereits am Markt befindliche Bestände dürfen aber noch abverkauft werden.

CE-Prüfzeichen

Wichtig bei geprüften Masken sind das CE-Zeichen und die vierstellige Prüfnummer. Ist beides vorhanden, dann kann der Verbraucher davon ausgehen, dass es sich um eine Maske handelt, die das aufwändige und reguläre Prüfverfahren durchlaufen hat. Das Problem ist, dass die aus China importieren "Billig-Masken" den geprüften Masken zum Verwechseln ähnlich sehen. Der SWR1-Experte rät deshalb unbedingt, nach der vierstelligen Prüfnummer auf der Maske zu suchen. Das CE-Zeichen alleine reiche nicht aus, so Thiel.

"Wenn zum Beispiel die Dekra FFP2-Masken geprüft hat, steht da "CE 0158" für die Dekra drauf. Und dann kann man die Maske auch zurückverfolgen, ob sie wirklich von der Dekra getestet wurde oder nicht. Natürlich gibt es noch weitere Prüfstellen." Der Experte weist aber auch auf das Problem von Produktfälschungen hin: "Bei acht Milliarden Masken, die geprüft, schnell geprüft oder gar nicht geprüft wurden, können natürlich auch gefälschte im Umlauf sein."

CE + Prüfnummer = Zertifikat

Ob eine Maske normgerecht getestet wurde, lässt sich anhand der vierstelligen Prüfnummer in der Datenbank klären. Denn für die betreffende Maske muss es ein entsprechendes Zertifikat geben. "Fragen Sie nach, wenn Sie Masken zum Beispiel in der Apotheke kaufen", rät Martin Thiel. Auch seriöse Online-Anbieter sollten entsprechend vorhandene Zertifikate hinterlegen. "Natürlich sind auch diese Zertifikate wiederum fälschbar", so Thiel weiter. Welche Prüfstelle welche Maske getestet hat, das lässt sich auch über die Online Datenbank der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) klären.

"Wer also die Maske mit CE-Zeichen und Prüfnummer und das Prüfzertifikat hat, der kann sich an Händler oder Apotheke wenden, die dann anhand des Zertifikats die jeweilige Prüfstelle kontaktieren können", so der Experte.

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