Ess-Kastanien oder Maronen (Foto: Colourbox)

Spezialität im Herbst

Esskastanien - Was steckt drin?

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Mit den ersten kalten Nächsten beginnt wieder die Kastanienzeit. Man kann sie im Laden kaufen, auf dem Markt oder selbst sammeln gehen.

Wo kommen sie her?

Ursprünglich stammen Edelkastanien wohl aus dem Gebiet zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer. Die Römer haben die Bäume mit den leckeren Früchten dann auch bei uns angepflanzt.

Was macht die Bäume so vielfältig?

Bekannt sind Edelkastanien vor allem für ihre Früchte: Kastanien, Maronen, oder "Keschde". Beliebt ist aber auch das kräftige und herbe Aroma von Kastanien-Honig. Das Holz der Edelkastanie ist besonders dauerhaft. Es wird zum Beispiel für Möbel genutzt, für Rebpfähle und für die Lawinenverbauung im Bergwald.

Ess-Kastanien oder Maronen (Foto: Colourbox)
Die Edelkastanie war 2018 der "Baum des Jahres"

Welche Kastanien sind essbar?

Wie der Name schon sagt: Essbar sind nur die Früchte der Esskastanie. Sie stecken in Hüllen mit langen Stacheln, die aber meist recht weich sind – ganz anders als die kurzen, harten Stacheln auf der Hülle der Rosskastanie. Auch die Früchte unterscheiden sich: Rosskastanien sind kugelig und rund. Esskastanien sind abgeflacht und laufen spitz zu. An der Spitze sitzen oft pinselartige Haare.

Wo findet man Esskastanien?

Wo Wein wächst, da fühlt sich auch die Kastanie wohl. Besonders viele Kastanien stehen zum Beispiel in der Pfalz, im Taunus, im Rheingau, an der Mosel, in der Ortenau und an der Bergstraße. In der Südpfalz gibt es den "Pälzer Keschdeweg", einen Wanderweg, der an unzähligen Kastanien vorbeiführt - von Hauenstein über Edenkoben bis Neustadt an der Weinstraße.

Was macht Kastanien so gesund?

Im Vergleich zu anderen Nüssen enthalten Kastanien viel Stärke, aber extrem wenig Fett. Entsprechend niedrig ist auch ihr Kaloriengehalt: Nur rund 200 Kilokalorien pro 100 Gramm. Kastanien punkten mit vielen B-Vitaminen, Vitamin C, Mineralstoffen wie Kalium und hochwertigem Eiweiß. Esskastanien enthalten kein Gluten – ein gesunder Snack also auch für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit.

Ess-Kastanien oder Maronen (Foto: Colourbox)
Esskastanien werden auch als "Maronen" oder "Keschde" bezeichnet.

Was kann man daraus machen?

Esskastanien im Backofen rösten: Dazu die "Keschde" an der gewölbten Seite mit einem scharfen Messer einritzen, dann bei 180 bis 200 Grad Ober- oder Unterhitze für 20-25 Minuten in den Ofen schieben. Die Schale springt am Einschnitt etwas auf, so lassen sich die Kastanien gut schälen.

Gekocht passen die Kastanien als Beilage zu Wild oder Geflügel. Vorgekochte Kastanien machen sich auch gut in einem Herbstsalat mit Apfelstückchen. Esskastanien werden auch zu Kastanienmehl verarbeitet – für Brot, Kuchen oder Nudeln.

In Frankreich verbreitet ist süße Maronen-Creme, ein leckerer Brotaufstrich fürs Frühstück. Auf Korsika gibt es sogar Kastanien-Bier. Mein persönlicher Rezept-Tipp: hausgemachte Pizza mal ganz herbstlich belegen, mit Pilzen und Esskastanien.

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