Duschzeit, Heizungs-Tuning, W-Lan Router

Energiespartipps von der Verbraucherzentrale

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Wirtschaftsminister Robert Habeck duscht nur noch fünf Minuten lang, um Energie zu sparen. Er empfiehlt, die Duschköpfe auszutauschen. Wir haben mit Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz darüber gesprochen.

SWR1: Ein neuer Duschkopf und nur noch fünf Minuten unter der Dusche. Bringt das wirklich was?

Hans Weinreuter: Ja, das bringt vor allen Dingen dann etwas, wenn man vorher vielleicht zehn Minuten unter der Dusche gestanden hat. Einmal Duschen dauert bei uns im Schnitt etwa sechs Minuten. Ein normaler Duschkopf verbraucht dabei rund zwölf Litern pro Minute. Wenn Sie also 300 Mal im Jahr duschen, dann kommt dabei ordentlich was zusammen. Wer bei gleicher Duschzeit den Duschkopf durch einen Sparduschkopf ersetzt, spart schon rund einhundert Euro im Jahr. Um die Verhältnisse noch einmal klarzumachen: Einmal duschen mit einem normalen Duschkopf verbraucht etwa so viel Energie wie 20 Stunden Fernsehen oder 15-mal das Smartphone aufladen. Das zeigt, dass da Potenzial besteht.

Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Foto: SWR)

SWR1: Wo kann man jetzt noch mit dem Energiesparen anfangen?

Weinreuter: Je früher man sich auf die nächste Heizperiode vorbereitet, umso besser. Wenn ich als Hausbesitzer Zugriff auf die zentrale Regelung der Heizungsanlage habe, kann ich mir die Heizzeiten anschauen. Mache ich eine regelmäßige Nachtabsenkung oder, wenn ich tagsüber nicht da bin, habe ich die Heizzeiten auf die Anwesenheitszeiten programmiert? Dann kann ich an der Heizkurve etwas ändern. Die Heizkurve entscheidet darüber, wie heiß das Wasser ist, das im Winter in die Heizkörper läuft. Mieter können sich programmierbare Thermostatventile selbst einbauen und damit einzelne Räume so regeln, wie die Anwesenheit im Winter dann sein wird. Da geht einiges - mit relativ einfachen Maßnahmen.

SWR1: Viele haben schon die Info bekommen, dass die Abschläge fürs Heizen nächstes Jahr steigen werden. Womit müssen wir denn rechnen?

Weinreuter: Das böse Erwachen kommt dann, wenn die Jahresabrechnung kommt. Dann sind schon erste Preiserhöhungen, die in den letzten Monaten erfolgt sind, enthalten. Und dann gibt es Nachzahlungen. Wie hoch die sind, hängt vom eigenen Verbrauch ab und letztendlich auch vom einzelnen Gasversorger und seiner Preisgestaltung. Das heißt: Alle die mit Gas heizen, müssen mit Nachzahlungen und höheren Abschlagszahlungen für den Folgezeitraum rechnen. Das wird sich noch über den übernächsten Winter hinausziehen, weil wir im Markt eine Zeitverzögerung haben.

Hans Weinreuter hat in SWR1 "Der Vormittag" auch Ihre Fragen zum Thema "Energiesparen" beantwortet. Die Antworten hören Sie im Audio und lesen Sie hier.

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SWR1: Einer unserer Hörer fragt - soll ich den W-LAN Router zum Energie sparen nachts ausschalten? Ich höre immer wieder das sei nicht gut für den Router.

Weinreuter: Wenn das Telefon nicht mit dranhängt, sollte man es auf jeden Fall tun. Man kann es auch tun, wenn das Telefon dranhängt. Dann ist man nur eben nachts nicht erreichbar. Die Router haben durchaus erheblichen Verbrauch.

SWR1: Eine weitere Hörerfrage. Macht es Sinn im ein- oder zweiwöchigen Urlaub den Warmwasserkessel der Gasheizung abzustellen?

Weinreuter: Unbedingt. Die Heizung hält den Warmwasserspeicher sonst immer auf der Soll-Temperatur und heizt dann immer wieder nach. Trotz Dämmung der Speicher kühlt das ja immer wieder ab und die Heizung heizt immer wieder nach. Abschalten macht also auf jeden Fall Sinn.

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