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Eispreise steigen drastisch 1,50 € - pro Kugel!

Der nächste tolle Frühlingstag steht an – der nächste Großkampftag für alle Eisdealer. Lange Schlangen vor den Cafés – der Eishunger erwacht jedes Jahr auf's Neue. Allerdings ist dem ein oder anderen auch die Kinnlade runtergeklappt beim Blick auf die Preise. Eine Kugel für 1 Euro 20 schon fast normal – auch 1 Euro 50 wurden schon gesichtet. Da denken wir wehmütig an früher, als die Kugel 50 Pfennig kostete.


Sina Rosenkranz aus der SWR1 Wirtschaftsredaktion – täuscht der Eindruck oder kennt der Eispreis nur eine Richtung nämlich stetig nach oben?

Das ist tatsächlich so, wobei es scheint dass uns die Preiserhöhung beim Eis eben auch besonders stark ins Auge fällt. Jeder kann sich genau erinnern, was er als Kind für eine Kugel bezahlt hat und was er jetzt dafür hinblättern muss. Experten sprechen von einer "gefühlte Inflation" und die schmerzt eben mehr als die ebenfalls jedes Jahr höhere Stromrechnung. Die Eisdielenbesitzer haben für den Preisanstieg sachliche Gründe: steigende Mieten, Personalkosten, die Energiepreise und auch zum Teil die Kosten für die Zutaten. So ist z.B. wegen der schlechten Ernten der Preis für Vanille im Großhandel in den vergangenen Jahren explodiert. Viele Eisdielen arbeiten ja aber gar nicht mit echter Vanille, sondern mit Aroma. Es lässt sich also im Einzelfall nur schwer überprüfen, ob der zum Teil extreme Preisanstieg gerechtfertigt ist.

Was bleibt dem Eisverkäufer an einer Kugel Eis an Gewinn?

Nicht so viel, wie man denkt! Die Kollegen vom WDR haben recherchiert, welche Kosten genau "in einer Kugel Eis stecken". Allein für das Personal in der Eisdiele muss der Inhaber im Schnitt rd. 35 Cent pro Kugel aufwenden. Dazu kommen Kosten für die Miete, die Kühlung, für Reparaturen, für Neuanschaffungen und nicht zu vergessen den Plastiklöffel, den Becher oder die Waffel. Und dan kommt es natürlich drauf an, ob der Eisverkäufer sein Eis wirklich selbst herstellt. Das tun übrigens nur rund ein Drittel aller Eisdielenbetreiber, der Rest kauft im Großhandel oder bei Kollegen ein. Bei selbst gemachtem Eis bleiben so von einer Kugel rd. 35 Cent als Gewinn vor Steuern für den Eisverkäufer übrig.