Mineralisch, synthetisch und organisch

So lange kann ich Dünger benutzen

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AUTOR/IN
Susanne Henn

Irgendwann ist es so weit: Man räumt die Garage auf oder sucht etwas im Keller und findet - die angebrochene Düngerpackung aus dem Vorjahr.

Die hat man schon im Frühjahr gesucht, nicht gefunden und dann durch eine neue ersetzt. Die Frage, ob man den alten Dünger noch bedenkenlos nutzen kann, hat uns Susanne Henn aus unserer Umweltredaktion beantwortet.

Frau gießt Geranien in Balkonkasten - Dünger lässt sich leicht selbst herstellen (Foto: Colourbox)

Mineralischer Dünger

Im Prinzip spricht nichts dagegen, den Dünger aus den Vorjahren aufzubrauchen. Vorausgesetzt, er wurde richtig gelagert: Trocken, dunkel und gut verschlossen. Das gilt zumindest für Kunstdünger, der chemisch-synthetisch produziert wurde und nicht verdirbt. War die Verpackung offen und sind Sauerstoff und Feuchtigkeit an den Dünger gekommen, kann es bei körnigem Dünger sein, dass er verklumpt. Dann gibt es die Möglichkeit, die Klumpen zu zerschlagen oder den Dünger in Wasser aufzulösen und mit der Gießkanne zu verteilen. Flüssigdünger, der richtig gelagert wird, ist quasi unbegrenzt haltbar.

Synthetischer Dünger

Er hat Inhaltsstoffe, die in der Restmülltonne nichts verloren haben und muss deshalb, wenn man ihn nicht mehr braucht, als Sondermüll entsorgt werden. Dosiert man ihn nicht ganz genau, wird damit häufig überdüngt. Bei Regen werden die Chemikalien dann ausgewaschen und in Bäche, die Kanalisation oder ins Grundwasser gespült. Vor Ort versorgen die synthetischen Dünger die Pflanze zwar mit Nährstoffen, können aber Bodenorganismen schädigen. Im privaten Garten sind sie in den meisten Fällen ohnehin überflüssig.

Organische Alternativen

Im Gartenmarkt finden sich viele organische Alternativen, etwa auf der Basis von Hornspänen oder auch Schafwolle. Die werden zwar auch nicht schlecht, aber sie müssen richtig gut abgeschlossen gelagert werden, etwa in einem Eimer mit Deckel. Denn sie bieten eine gute Futterquelle für Motten oder auch Käferlarven, die den Dünger dann für sich nutzen. Und: Diese organischen Dünger dürfen auf keinen Fall feucht werden - dann beginnt sofort der Zersetzungsprozess.

Organischer Dünger selbst gemacht

Brennnesseln und andere grüne Pflanzenteile schwimmen in zwei grünen Plastikeimern in Wasser. Dünger wie Brennnesseljauche kann man leicht selber machen. (Foto: SWR)
Dünger wie Brennnesseljauche kann man leicht selber machen.

Man muss Dünger nicht unbedingt kaufen. Wer einen Garten hat, hat in den allermeisten Fällen auch Brennnesseln und kann damit eine Brennnesseljauche selbst herstellen. Super ist auch ein Komposthaufen, da kann man den Kompost je nach Bedarf der Pflanzen verteilen. Auch Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich, um Dünger herzustellen. Die müssen aber sofort verbraucht werden, zum Lagern eignen sie sich nicht.

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