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Nach einer Studie des Fresenius-Institutes wollen in diesem Jahr achtzig Prozent aller Deutschen mit dem Auto in die Ferien verreisen. Welche Dokumente und Versicherungen Sie für den Urlaub bei uns und im EU-Ausland benötigen, erfahren Sie hier.

Wichtige Dokumente

Egal wann und wohin Sie reisen, stellen Sie sicher, dass die Führerscheine aller Fahrer und der Fahrzeugschein im Original mit an Bord sind. Wer mit Wohn- oder Bootsanhänger unterwegs ist, benötigt auch dafür den Fahrzeugschein im Reisegepäck. Außerdem sollten Sie den Bericht der letzten Hauptuntersuchung für Fahrzeug dabei haben.

Europäischer Unfallbericht

Für Reisen ins EU-Ausland sollte ein Europäischer Unfallbericht ebenfalls ins Handschuhfach. Dabei handelt es sich um ein europaweit einheitliches Formular, das bei Unfällen zum Einsatz kommt. Jeder Unfallbeteiligte macht Angaben zur Person, zum Fahrzeug und zur Versicherung.

Unfall im Ausland (Foto: dpa Bildfunk, Walter G. Allgöwer)
Ein Europäischer Unfallbericht und die "Grüne Versicherungskarte" gehören bei Fahrten ins europäische Ausland unbedingt ins Gepäck. Walter G. Allgöwer

Zudem wird der Unfallhergang festgehalten. Die Angaben im Unfallbericht sind kein Schuldanerkenntnis, erklären Versicherungsexperten. Sie dienen nur der Dokumentation. Je nach der Anzahl der Beteiligten sollte man im Idealfall also mehrere Berichte parat haben. Den Europäischen Unfallbericht bekommen Sie kostenlos von Ihrer Versicherung.

Grüne Versicherungskarte

Besonders wichtig bei Autoreisen ist die Internationale Versicherungskarte. Mit der "Grünen Versicherungs-Karte" können Sie im Ausland nachweisen, dass Ihr Fahrzeug entsprechend haftpflichtversichert ist. Ausgestellt wird die Karte kostenlos von Ihrer Kfz-Versicherung, ergänzt Versicherungsexperte Christian scholz von der DAdirekt. Seit dem 1. Juli ist die grüne Karte übrigens weiß und kann als E-Mail-Anhang versandt werden. Drucken Sie die Bescheinigung in jedem Fall aber aus. Das reine Vorzeigen des PDFs auf dem Smartphone wird nicht als Versicherungsnachweis akzeptiert, so der Experte.

Versicherungen prüfen

Vor dem Antritt der Reise empfehlen Versicherungsexperten unbedingt einen Blick in den bestehenden Versicherungsvertrag zu werfen, besonders dann, wenn die Auto-Reise ins Ausland geht. Innerhalb der EU, sind Reisende bis zur festgelegten Deckungssumme durch ihre deutsche Kfz-Haftpflicht abgesichert. Diese gilt innerhalb von Europa und in außereuropäischen Ländern im Geltungsbereich der EU, also zum Beispiel in Norwegen oder Großbritannien. Schäden oder Vandalismus an dem eigenen Fahrzeug werden durch die Teil- oder Vollkaskoversicherung abgedeckt. Trotzdem kann es nötig sein, im Einzelfall, aufgrund der uneinheitlichen Vorschriften in der EU individuell nachzubessern, erklärt Versicherungsexperte Christian Scholz von der DA direkt.

Zusatz-Versicherungen

Eine mögliche Zusatzabsicherung, so der Experte ist ein Kfz-Schutzbrief. Diese Zusatzversicherung übernimmt zum Beispiel bei einem Unfall oder im Pannenfall zusätzlich entstehende Kosten.

Panne in Island (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Karl F. Schöfmann)
Kosten für eine Fahrzeugbergung oder schnelle Hilfe im Pannenfall setzen einen entsprechenden Schutzbrief voraus. Karl F. Schöfmann

Das angebotene Spektrum reicht von der Rückholung im Krankheitsfall, über die Bergung des Fahrzeuges, Übernahme der Rückreisekosten bis hin zur Übernahme von Werkstattkosten und dem Ersatzfahrzeug im Pannenfall. Dies kann sowohl im In- als auch im Ausland eine sinnvolle Ergänzung für die Urlaubsreise sein, so Versicherungsexperten. Ähnliche Leistungen kann auch die Mitgliedschaft in einem Automobil-Club bieten. Hier lohnt sich allerdings der genaue Vergleich.

Zusatz-Fahrer

Vor allem bei längeren Autofahrten sollten Sie auch an die Versicherung eventueller Zusatz-Fahrer denken. Lassen Sie bereits in der Planung die Zusatz-Fahrer-Regelung in Ihren Verträgen prüfen und inkludieren sie beispielsweise Ihren Partner dauerhaft. Für kurzfristige Zusatz-Fahrer, zum Beispiel Bekannte, die Sie auf einer langen Fahrt ablösen sollen, können bei fast allen Versicherungsanbietern kurzfristig entsprechende Versicherungen für bestimmte Zeiträume nachgebucht werden, so die Experten.

Zusatz-Gepäck

Wer seine Fahrräder, sein Kanu oder die Dachbox mit auf die Autoreise nimmt, der sollte ebenfalls einen Blick in die Policen werfen. Grundsätzlich gilt, dass alle fest mit dem Fahrzeug verbundenen Teile automatisch mitversichert sind.

Fahrradträger am Käfer (Foto: dpa Bildfunk, Hauke-Christian Dittrich)
Schäden durch mitgeführte Fahrräder deckt die Kfz-Haftplflicht, bei Diebstahl greift die Hausratversicherung. Hauke-Christian Dittrich

Falls sich also zum Beispiel ein Fahrrad während der Fahrt vom Träger lösen sollte, kommt die eigene Haftpflichtversicherung für Schäden an anderen Autos auf. Zu klären wäre bei der Mitnahme von Fahrrädern allerdings die Diebstahlfrage. Zwar sollte bei einem Fahrrad-Diebstahl im Urlaub die eigene Hausratversicherung greifen, aber nur, wenn die Fahrräder auch entsprechend mit-versichert sind.

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