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Die Lösung unserer Umweltprobleme? Zukunftsenergie Wasserstoff

Schlechte Luft, Fahrverbote, Klimawandel. Ein echter Ausweg aus der Umweltmisere ist H², also Wasserstoff. In Verbindung mit Sauerstoff werden damit Elektromotoren angetrieben und Häuser geheizt. Den Strom für die Erzeugung gewinnt man klimaneutral aus Wind und Sonne.

Aus Wasser wird Strom – so funktioniert‘s

Wir nehmen: reines Wasser und etwas Elektrizität. Das sogenannte Elektrolyse-Verfahren zerlegt dann Wasser in Wasserstoffgas und Sauerstoff. In einer Brennstoffzelle bringt man sie wieder zusammen, es entsteht Strom. Dabei wandern positiv geladene Teilchen durch eine Membran zu negativ geladenen Teilchen auf der anderen Seite.

Ist das die Zukunft? Ein Blick nach Japan

Viele Häuser in Japan haben solche Brennstoffzellen im Keller. Statt Heizöl bestellt man in diesem Land Wasserstoff. Überschüssigen Strom aus Wind- oder Solaranlagen könnte man so zu Wasserstoffgas machen und speichern. Das wäre eine der Voraussetzungen für eine Energiewende, die bis 2050 ausschließlich über erneuerbare Energien funktionieren soll. Wasserstoff wäre damit eine fast unerschöpfliche nationale Energiereserve – eine enge Zusammenarbeit mit wind - und sonnenreichen Ländern natürlich miteingeschlossen.
Ein weiterer Vorteil: Das System verwendet im Gegensatz zur Batterie kaum seltene, teure oder giftige Rohstoffe. Auch die Entsorgung verbrauchter Brennstoffzellen ist unproblematisch.

Futter für die Brennstoffzelle – Besuch einer H²-Tankstelle

Eine Übersicht über alle Wasserstoff-Tankstellen finden Sie unter h2.live

Anleitung für den Betankungsvorgang

Anleitung für den Betankungsvorgang

An einer Tankstelle in Wiesbaden gibt es Wasserstoff für Elektroautos mit Brennstoffzelle. Von außen sieht die Wasserstofftanke ziemlich normal aus. Doch bevor es losgeht, muss unser Reporter Steffen Sturn die ausführliche Anleitung studieren. Und mit einem Knopfdruck geht es dann los bis der Vorgang automatisch beendet wird. Alles ist noch ein bisschen umständlich, aber der Tank ist nach zwei Minuten voll. Fünf Kilo Wasserstoff kosten etwa 50 Euro und reichen für etwa 500 km. 100 Tankstellen sind für Deutschland ab 2019 im Einsatz. Dann ist Wasserstoff eine echte Alternative.

Thema Sicherheit: Experimente mit simulierten Unfällen, Beschuss und Bränden haben gezeigt, dass die Kohlefasertanks halten. Und aus dem Auspuff tröpfelt Wasser, sonst nichts.

Wie fährt sich ein Auto mit Brennstoffzelle?

Hyundai Nexo

Hyundai Nexo - SUV mit Brennzelle

SWR1 Redakteur Steffen Sturn hat zwei Brennstoffzellenautos gefahren, die man in Deutschland kaufen kann: Toyota Mirai, eine Stufenhecklimousine und den Hyundai Nexo, ein SUV. Und es fährt sich – ganz einfach – völlig normal. Man bekommt auch nichts mit von der Brennstoffzelle, in der ja nichts brennt, sondern Protonen und Elektronen fließen und Strom erzeugen.
Start per Knopfdruck und losfahren mit einem superleisen Elektromotor. Beide beschleunigen sportlich, sind flott auf 170/180 km/h Spitze, sehr gute Straßenlage und massenweise - auch überflüssige - Assistenzsysteme. Die Hersteller haben jahrelang getestet und gehen jetzt von einer Lebensdauer bis 500.000 km aus. Die Garantie für die Brennstoffzelle ist entsprechend zehn Jahre - ohne Kilometerbegrenzung.

Mein Fazit: verglichen mit Batterie-Autos, ist es die intelligentere Technik. Keine schweren Batterien, kein Verbrauch wertvoller Rohstoffe und kein Giftmüll, der später mühsam recycelt werden muss.

Verschlafen wir die Zukunft?

Einige europäische und asiatische Länder haben diese Zukunftschancen erkannt. Gerade in Asien werden schon Wasserstoff-Pkw, -Lkw und -Busse gebaut. Japan, China und Südkorea investieren hunderte Milliarden in eine neue Wasserstoffindustrie. Die Bundesregierung steckte bisher nur 100 Millionen in die Wasserstoffforschung und setzt - noch - auf die Batterie.