Medizinisch geschultes Personal träufelt nach dem Abstrich für einen Corona-Schnelltest in eine Lösung auf die Antigen Testkasette (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Kay Nietfeld)

In der Apotheke oder daheim

Welche Corona-Schnelltests gibt es und was gilt es zu beachten?

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Ab März sollen Corona-Schnelltests in Deutschland kostenlos zur Verfügung stehen. Die Tests können jedoch nicht einfach daheim durchgeführt werden, erklärt Apotheker Thomas Christmann aus Hamm an der Sieg.

"Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können", hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Pressekonferenz verkündet. Die Betonung liegt hierbei auf dem geschulten Personal, ordnet der Apotheker Thomas Christmann aus Hamm an der Sieg im SWR1 Gespräch ein. Man müsse nämlich zwischen zwei Arten von Schnelltests unterscheiden.

Der Antigen-Schnelltest

Die Antigen-Schnelltests können nicht einfach daheim von uns selbst durchgeführt werden. Diese sollen lediglich in Testzentren, Arztpraxen und Apotheken gemacht werden, denn es komme besonders auf die korrekte Durchführung des Nasen- bzw. Rachenabstrichs an. Dabei werde infiziertes Gewebe mit einem Abstrichtupfer aus dem Mund- oder Nasenraum entnommen. Werde der Abstrich fehlerhaft durchgeführt, kann das Ergebnis des Schnelltests verfälscht sein.

Ein Schulkind mit einem negativen Antigen-Test (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / GEORG HOCHMUTH)
picture alliance / GEORG HOCHMUTH

Der Laien-Schnelltest

Laut dem Bundesgesundheitsministerium soll noch im Februar ein Schnelltest erhältlich sein, den man selbst daheim durchführen kann. Diese sogenannten Laien-Schnelltests oder auch Spuck-Schnelltests sollen frei verkäuflich sein und könnten übers Internet, im Handel oder in Apotheken erworben werden. Apotheker Christmann erklärt dass man für diesen Test lediglich im vorderen Nasenbereich ein Abstrich machen müsse, was von jedem leicht durchgeführt werden könne. Sobald die Laien-Schnelltests in ausreichender Zahl verfügbar sind, könnten diese verpflichtend vor dem Kita- und Schulbesuch werden, erklärt das Bundesgesundheitsministerium.

Welcher Schnelltest wird kostenlos sein?

Zunächst sollen nur die von geschultem Personal durchgeführten Antigen-Schnelltests kostenlos sein. Welche Tests das genau sind, kann man auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nachlesen. Dort ist eine Liste angegeben, in der alle Antigen-Schnelltests aufgeführt werden, die kostenlos zur Verfügung stehen sollen.

Ob auch die Laien-Schnelltest kostenlos zur Verfügung stehen werden, entscheiden die einzelnen Länder, gibt das Bundesgesundheitsministerium an. Der Zugang solle jedoch für alle Bürgerinnen und Bürger möglichst niedrigschwellig sein. Eine geringe Eigenbeteiligung von 1,- EUR sei laut dem Bundesgesundheitsministerium gegebenenfalls sinnvoll.

Ist in einer Apotheke überhaupt Platz für solche Tests?

Apotheker Christmann steht den Plänen des Gesundheitsministerums zwiegespalten gegenüber: "Einerseits fand ich diese Idee sehr positiv, allerdings kam mir aus der praktischen Erfahrung heraus gleich der Gedanke, dass ich einen möglichen Schnelltest-Ansturm in meinen Apothekenräumen derzeit nicht stemmen könnte." Er müsse das Hygienekonzept für seine Apotheke neu durchdenken, wenn dort Tests durchgeführt werden müssen. Seine Apotheke würde dadurch schlichtweg an die Grenzen der räumlichen Kapazität kommen. "Eine Apotheke hat ja auch noch andere Aufgaben. Es würde also mit der räumlichen Trennung immer schwieriger werden." Es gebe zwar Zeiträume, in denen auch in seiner Apotheke weniger Betrieb sei und in denen dann auch die Möglichkeit bestehe, Tests durchzuführen, doch Christmann schätzt, dass es in seinem Fall lediglich für ein bis zwei Personen pro Tag problemlos möglich sei.

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