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Gold ist ein sicherer Hafen - das denken viele Anleger seit der Corona-Krise. Durch die weltweit steigende Nachfrage schießt der Goldpreis in die Höhe. Wie sicher ist Gold wirklich?

Der Goldpreis ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Preis für das Edelmetall lag am Montag bei 1944,71 Dollar (1658,23 Euro) pro Unze. Das ist der Höchste Stand seit September 2011. Gold gilt angesichts der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Ungewissheiten an den Märkten als sichere Wertanlage, was den Preis nach oben treibt. Analysten erwarten, dass bald die Marke von 2.000 Dollar überschritten werden könnte.

Wie wird der Goldpreis berechnet?

Der Goldpreis wird aus zwei verschiedenen Faktoren berechnet. Zum einen spielt die Nachfrage aus der Schmuckbranche und Industrie eine Rolle. Zum anderen die Nachfrage nach Gold auf den Finanzmärkten. Das heißt, wenn viele Menschen Gold als Geldanlage wählen, steigen die Preise. Gold wird übrigens in Feinunzen berechnet. Eine Feinunze entspricht genau 31,1035 Gramm.

Wie kann man in Gold investieren?

Wer Gold kauft, hat das schimmernde Edelmetall nicht immer selbst in der Hand. Obwohl Münzen und Schmuck, aber auch Goldbarren immer noch beliebte Goldanlagen sind, besteht auch die Möglichkeit, einer nicht physisch greifbaren Variante. So können etwa Zertifikate, Optionsscheine, Fonds oder andere Wertpapiere erworben werden. So kann man auch Geld verdienen, indem man eine Art Wette auf die Preisentwicklung von Gold abschließt. Alternativ ist es auch eine Möglichkeit, direkt in die Aktien der Goldminen und Bergbau-Gesellschaften zu investieren.

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Wer handelt mit Gold?

Eine Reihe von Banken und anderen Unternehmen haben sich auf den Goldhandel spezialisiert. Kaufen kann man Goldpapiere überall, wo man auch Aktien erwerben kann. Wer in Gold investieren möchte, sollte sich am Dollar orientieren, denn der Goldpreis wird in der US-amerikanischen Währung notiert. Fällt der Dollar, hat das wiederum auch Auswirkungen auf den Preis von Gold. Trotzdem bezahlt man beim Goldkauf in Deutschland in der Regel mit Euro. Mit Gold zu handeln ist also gleichzeitig auch eine Währungspekulation. Der Wert des Euros schwankte in den letzten 20 Jahren etwa zwischen 0,85 und 1,60 Dollar. Die Verbraucherzentrale warnt daher vor Risiken bei Goldanlagen: "Selbst bei einem unveränderten Goldpreis in US-Dollar besteht [...] das Risiko, dass Anleger weniger Euro für ihr Gold erhalten, falls der Dollar an Wert einbüßt."

Welche Gebühren gibt es beim Goldkauf?

Umsonst ist der Goldkauf nicht. Neben dem Preis des Edelmetalls sollten Anleger auch darauf achten, wie hoch der Aufschlag ist. Hinzu kommen häufig auch noch Gebühren für die Verwahrung in einem sicheren Tresor oder Bankschließfach. Eine Untersuchung der Zeitschrift "Finanztest" (03/2020) zeigt, dass Käufer für einen Goldbarren von einem Kilogramm im Schnitt einen Aufpreis von einem Prozent zum Börsenpreis zahlen. Wer nur einen Goldbarren mit einem Gewicht von einem Gramm erwirbt, zahlt hingegen satte 20 Prozent Aufschlag. Das heißt, je kleiner die Menge Gold umso großer die Gebühren.

Zumindest steuerlich müssen Anleger hingegen nicht draufzahlen. Goldbarren und Münzen werden wie Aktien behandelt und sind in der Regel steuerfrei. Wer nur Goldzertifikate erwirbt, muss jedoch eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent der Gewinne zahlen.

Goldbarren (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Münzen, Barren und Schmuck: Gold kann man in verschiedenen Formen kaufen. Picture Alliance

Welche Nachteile hat der Goldkauf?

Einer der größten Nachteile sein Geld in Gold anzulegen, ist dass Gold weder Dividenden noch Zinsen ausschüttet. Das heißt Gold erarbeitet keine Gewinne, wie etwa Aktien oder Anleihen. Einen Gewinn kann man nur dann erzielen, wenn der Goldkurs steigt und man zum richtigen Moment wieder verkauft. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch davor, die laufenden Kosten bei der Gewinn-Verlust-Rechnung zu vernachlässigen: "Der Kursgewinn muss erst anfallende Kosten - zum Beispiel für ein Bankschließfach, anfallende Gebühren bei Kauf und Verkauf, gegebenenfalls entstehende Versandkosten, die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis - übersteigen, bevor Sie wirklich einen Gewinn machen."

Zusätzlich sollte man beachten, dass der Goldkurs starken Schwankungen unterliegt. Diese sind keine Ausnahmen, sondern die Regel. Die Hoffnung, dass die Nachfrage nach Gold in Zukunft steigt, muss sich also nicht immer erfüllen. Zum Beispiel zwischen 1987 und 1999 halbierte sich der Goldkurs.

 Sind Goldanlagen wirklich sicher?

Auf diese Frage gibt es keine klare Antwort. Der Vorteil sein Geld in Gold anzulegen ist, dass die Goldmenge begrenzt ist und das Edelmetall durch die Nachfrage wohl immer einen gewissen Wert haben wird. Die Nachteile liegen allerdings in dem stark schwankenden Kurs und den hohen Verlustrisiken. Hinzu kommt, dass Gold zu besitzen, erhebliche Kosten verusacht und keine Dividenden ausgezahlt werden. Die Verbraucherzentrale rät daher davon ab, "deutlich mehr als 10 Prozent des Vermögens in Gold anzulegen."

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