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Mehr als 3.000 Camping-Plätze buhlen auch in diesem Jahr in Deutschland um die Gunst der camping-freudigen Urlauber. Dabei reichen die Preise für eine Übernachtung von unter zehn Euro bis hin zu dreistelligen Summen. Wir sagen Ihnen, wie Sie beim Camping sparen können.

Preisfrage

Camping ist kein billiges Vergnügen. Im europäischen Durchschnitt wurden im letzten Jahr pro Übernachtung für eine dreiköpfige Familie rund 37 Euro fällig. Deutschland war dabei das günstigste Camping-Land in Europa. Laut ADAC wurden hier gerade einmal knapp 31 Euro pro Nacht im Schnitt fällig. Spitzenreiter sind übrigens die Schweiz mit knapp 45 Euro und Italien mit gut 48 Euro pro Übernachtung für eine dreiköpfige Familie, erklärt Marion-Maxi Hartung vom ADAC. Komplexes

Wohnwagen (Foto: ADAC)
Camping-Boom: 2019 verzeichneten die deutschen Camping-Plätze über 35 Millionen Übernachtungen. (Quelle: statista.com) ADAC

Sparpotential

Wer trotzdem beim Camping-Urlaub sparen möchte, der kommt um eine Camping-Rabatt-Karte nicht herum. Zwar ist die Anzahl der kleinen Spar-Helfer auf dem Markt relativ übersichtlich, die unterschiedlichen Angebote jedoch sehr verschieden. Entscheidend für die Wahl der richtigen Rabatt-Karte ist in erster Linie die Frage, ob die für einen Urlaub avisierten Camping-Plätze im In- und Ausland auch an den unterschiedlichen Rabatt-Systemen teilnehmen. Wir stellen Ihnen einige große Anbieter vor.

ADAC

Der Automobil-Club bietet mit der ADAC-Campcard und der Camping-Key-Europe (CKE) zwei verschiedene Produkte mit Rabattversprechen an. Der einfachste Weg zum Sparen ist dabei die nicht personalisierte ADAC-Campcard sein, die Sie beim Erwerb des ADAC Camping- oder Stellplatzführers oder der zugehörigen App automatisch dazu bekommen. Teilnehmende Camping- oder Stellplätze geben in den entsprechenden Verzeichnissen bereits einen Komplettpreis für eine Übernachtung für zwei Personen mit Standplatz, Strompauschale, Duschen-Nutzung, Hundepauschale (falls am Platz erlaubt) und Mehrwertsteuer an. Dazu kommen Extra-Rabatte für längere Aufenthalte oder rabattierte Spezial-Angebote, wie zum Beispiel ein kostenloser Brötchen-Service. Die Karte kostet 8,99 Euro als App oder zwischen 23 und 25 Euro als Gratis-Zugabe beim Erwerb eines ADAC-Stellplatz oder Camping-Führers und gilt für das jeweilige Kalenderjahr. Dazu gibt es mit PIN-Camp eine eigene Online-Plattform für die Online-Suche nach teilnehmenden Plätzen.

Camping Key europe Karte (Foto: ADAC/Montage SWR1)
ADAC "Camping Key Europe"-Karte ADAC/Montage SWR1

Ein umfangreicheres Leistungsangebot neben den eigentlichen Rabatte auf Stell- oder Camping-Plätzen bietet die "Camping-Key-Europe"-Karte (CKE) für 12 bzw. 18 Euro. Sie ist zwölf Monate gültig und muss eigenständig verlängert werden. Die CKE bietet laut ADAC bis zu 20 Prozent Ermäßigung auf rund 2.500 Camping- und Wohnmobil-Stellplätzen in Europa. Die Rabatte werden zum Teil auch während der Hauptsaison gewährt. Dazu kommt bei der CKE ein spezielles Versicherungspaket für Camper, das aus einer Rechtschutz-, einer Unfall- und einer Haftpflichtversicherung besteht. Die "Camping-Key-Europe-Karte" wird deshalb auch personalisiert und in Form einer Plastikkarte ausgegeben. Außerdem verweist der ADAC auf die Möglichkeit, die Karte als Ausweisersatz beim Check-In zu verwenden.

ACSI

Größter Konkurrent bei den Rabattkarten dürfte die vom niederländischen "Autokamper Service International", kurz ACSI, vertriebene "Camping Card" (CC) sein. Der ACSI bietet mit der Karte nach eigenen Angaben Rabatte bis zu 50 Prozent auf 3.600 Camping-Plätzen weltweit an. Die Rabatte werden allerdings fast ausschließlich in der Nebensaison voll gewährt. Dabei gilt der Rabatt für einen Stellplatz, unabhängig ob PKW mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt für zwei Erwachsene mit pauschaler Stromabrechnung, Duschen-Benutzung und Hundegebühr.

ACSI-App (Foto: ACSI/Google)
Mit der CC-App liefert der ACSI ein Verzeichnis aller teilnehmenden Plätze. Der Preis ist sofort klar erkennbar. ACSI/Google

Die Preise für eine "ACSI-Übernachtung" sind klar festgelegt und rangieren ja nach Platz zwischen 11 und 19 Euro. Die "CC-Karte" gibt es jedes Jahr als Zugabe zu den verschiedenen Reiseführern des ACSI in Buchform. Die Preise rangieren zwischen 19 bis 27,50 Euro. Gratis dazu gibt es jeweils den Freischaltcode für die zugehörige App. Die Karte ist auch als Abo erhältlich. Hier werden ab dem zweiten Jahr runde 15 Euro Jahresgebühr erhoben.

Camping Card International

Die “CCI” ist eine Rabattkarte der "Fédération Internationale de Camping, Caravanning et Autocaravaning", kurz F.I.C.C., der "Alliance Internationale de Tourisme", kurz "AIT" und der FIA, der "Fédération Internationale de l’Automobile". In Deutschland wird die Karte über den ACE, den ARCD, den VCD oder den DCC als Jahreskarte und nur in Verbindung mit einer Mitgliedschaft in einem der genannten Vereine oder Clubs für sechs Euro im Abo-Modell angeboten. Wer kein Mitglied in einer der genannten Organisationen ist zahlt etwas mehr, wie viel genau war jedoch nicht ermittelbar. Die Karte bietet nach eigenen Angaben auf 2.500 teilnehmenden Plätzen in Europa Ermäßigungen von bis zu 25 Prozent. Dabei werden die Rabatte sowohl in der Haupt-als auch in der Nebensaison gewährt. Daneben gilt die personalisierte Karte auf teilnehmenden Plätzen als Ausweisdokument und wartet mit einer Haftpflichtversicherung für bis zu elf Personen auf.

DCC

Der "Deutsche Camping Club" (DCC) bietet ebenfalls die Möglichkeit auf bestimmten Campingplätzen günstiger zu übernachten. Die Voraussetzung ist jedoch eine Mitgliedschaft für 48 Euro pro Jahr. Rabatte gibt es dann in verschiedenen Staffelungen, abhängig von der Art des Platzes. So kostet eine Übernachtung auf einem "DCC-Vorteilsplatz PLUS" je nach Saison 14.80 oder 16 Euro. Gruppen über fünf Personen übernachten für 12 Euro pro Person.

DCC-Clubkarte (Foto: DCC/Montage SWR1)
Eine Mitgliedschaft im "Deutschen Camping Club" sichert Rabatte auf teilnehmenden Plätzen. DCC/Montage SWR1

"DCC-Vorteilsplätze" bieten entweder 10 Prozent Ermäßigung auf die Personengebühr oder einen günstigen Pauschalpreis. Teilnehmende Plätze und Rabatte werden im jeweils aktuellen DCC-Campingführer und auf der Webseite 3in1campen.de aufgeführt. Eine kostenlose Club-Zeitung , eine Punkte-Karte für die "Knaus-Camping-Parks" und Ermäßigungen auf die club eigenen Camping-Führer kommen ebenfalls dazu.

Mein Platz

Das Marketing-Portal "Mein Platz" geht einen etwas anderen Weg und bietet keine klassische "Übernachtungs-Rabatt-Karte" an. Zwar lässt sich mit der kostenlosen Karte auf teilnehmenden Plätzen der ein oder andere Euro einsparen, aber die Rabatte kommen nicht an die bereits genannten Angeboten heran.

Clubkarte "Mein Platz" (Foto: R. Bauer/Mein Platz - Montage SWR1)
Die "Mein Platz"-Clubkarte ist kostenlos. R. Bauer/Mein Platz - Montage SWR1

Kein Wunder, geht es dem Anbieter doch eher darum, mit dem Camping vor Ort verknüpfte Leitungen, wie zum Beispiel Wellness-Angebote, Führungen oder Sport- und Freizeiteinrichtungen zu rabattieren. Die Karte selbst ist kostenlos und kann in sieben Ländern und in Kombination mit anderen Karten eingesetzt werden.

Weitere Karten

Neben den genannten Rabatt-Karten gibt es spezielle Rabattkarten für einzelne Länder, zum Beispiel für Skandinavien oder Großbritannien. Diese Karten können bei uns in der Regel nur über Partnerorganisationen wie Automobilclubs bezogen werden.

Unser Tipp

Bei den Recherchen zu diesem Thema wurde schnell eines klar: Die "eierlegende Rabatt-Vollmilchsau" für das günstige Camping-Vergnügen gibt es nicht. Das Potential der einzelnen Karten kann nur der ausschöpfen, der sich vorher genau über das Reiseziel informiert um dann an der Camping-Platz-Rezeption die passende Karte zücken zu können.

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