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SWR1 Redakteur Marcus Netscher (Foto: SWR, privat - M.Netscher)

Es summt und brummt und vor allem stinkt es in diesen Tagen rund um die Bio-Abfalltonne. Der Grund: In der Sommerhitze beginnen die Abfälle schneller zu faulen und entwickeln unangenehme Gerüche. Das wiederum zieht Insekten an und endet nicht selten in einem Befall der Tonne mit ekelerregenden Maden. Wir sagen Ihnen, was Sie dagegen tun können.

Schattenplatz

Gönnen Sie Ihrer Bio-Abfalltonne einen möglichst schattigen Standplatz und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Das raten die Experten des Eigen- und Wirtschaftsbetriebes Frankenthal. Das verlangsamt den Verfaulungsprozess und mindert die Geruchsbelästigung.

Deckel zu

Halten Sie den Deckel der Biotonne immer geschlossen. Das bringt zwar Scharen von Wespen um leicht erreichbare und ergiebige Nahrungsquellen und limitiert die Eiablageplätze für viele Fliegenarten dramatisch - ebenfalls drastisch sinkt aber auch die Geruchsbelästigung durch die faulenden und gärenden Bio-Abfälle.

Filter-Deckel

Wer aktiv etwas gegen die Geruchsbelästigung durch seine Biotonne tun möchte, kann auch einen passenden Filter-Deckel auf der Tonne montieren. Das System verfügt neben dem geruchshemmenden Filter auch über eine umlaufende Deckeldichtung, die das Eindringen von Insekten verhindern soll. Passende Filterdeckel gibt es ab rund 60 Euro.

Filter Deckel (Foto: dpa Bildfunk, Franz Peter Tschauner)
In einigen Gemeinden im Münsterland kommen Filter-Deckel für die Bio-Tonne bereits flächendeckend zum Einsatz. Franz Peter Tschauner

Hausmittel gegen Geruch

Auch gegen den Gestank der Biotonne bei Hochsommerwetter lässt sich mit einfachen Hausmitteln etwas tun. So raten die Experten von Berlin Recycling zum Einsatz von Kaffeepulver, Essig oder Natron, Vanilleessenz, Schalen von Zitrusfrüchten und Pfefferminzextrakt.

Abfälle einpacken

Wickeln Sie Bio-Abfälle vor der Entsorgung in Zeitungspapier ein. Das hält ebenfalls die Fliegen fern, so die Experten des Eigen- und Wirtschaftsbetriebes Frankenthal. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die Tonne verschmutzt nicht so schnell, empfehlen die Experten.

Biomülltonne (Foto: dpa Bildfunk, Christian Charisius)
Nicht nur im Sommer gilt für die Bio-Tonne: Deckel zu! Christian Charisius

Kein Plastik

Grundsätzlich gilt aber: Verzichten Sie beim Verpacken der Abfälle unbedingt auf Plastik. Denn das steht dem Kompostierungsprozess über Jahre im Wege. Auch der Einsatz von "Bio-Plastikbeuteln" ist unter Experten umstritten und vielerorts sogar untersagt.

Nicht stopfen

Weiter raten Experten dringend davon ab, im Hochsommer Abfälle extrem zu verdichten. Stattdessen sollte versucht werden, die Abfälle mit Zweigen, Holzspänen oder geknülltem Zeitungspapier etwas aufzulockern: "Um Feuchtigkeit aufzufangen, die aus dem Müll herausläuft, können Sie den Boden der Müllbehälter zum Beispiel mit Zeitungspapier, alten Eierkartons aus Pappe, Holzschliff oder Sägespänen von unbehandeltem Holz bedecken", raten die Experten von Berlin Recycling. Auch das Auskleiden der Tonne mit Zeitungspapier kann ebenfalls hilfreich sein.

Biotonne (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Frank May)
Geknülltes Papier am Boden der Tonne fängt die Feuchtigkeit aus dem Abfall auf. Frank May

Feuchtigkeit binden

Versuchen Sie durch Zugabe von Gesteinsmehl die in der Tonne entstehende Feuchtigkeit zu binden. Das senkt auch die Gefahr eines Madenbefalls. Gesteinsmehl gibt es im Baumarkt oder Gartencenter.

Tonne sauber halten

Reinigen Sie die Biotonne im Sommer regelmäßig. Nur so verhindern Sie zuverlässig einen Befall mit Maden und anderen Schädlingen. Zur Reinigung empfehlen die Experten von Berlin-Recycling ein Gemisch aus lauwarmem Wasser, Essig und etwas Spülmittel: "Bei Bedarf können Sie die Mülltonne zusätzlich von innen mit einer Bürste schrubben. Hierzu bietet sich eine Klobürste an.“ Nach der Reinigung sollte die Tonne gut austrocknen, bevor sie neu befüllt wird, so die Experten weiter.

Tonnen-Spül-Mobil (Foto: dpa Bildfunk, Gero Breloer)
Im Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen kommt im Sommer regelmäßig ein Tonnen-Spülmobil zum Einsatz. Gero Breloer

Madenbefall

Ist die Tonne doch von Maden befallen, raten die Experten von Berlin Recycling zunächst zu einer erweiterten Grundreinigung. Zur Spülmittel-Essig-Wasser-Mischung kommt jetzt noch etwas Salz dazu, dann wird die Tonne gründlich geschrubbt. Um einem erneuten Madenbefall vorzubeugen, empfehlen die Experten eine Mottenkugel in einem Damenstrumpf in die Tonne zu hängen.

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