Bettwanzen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Unbeliebte Gäste

Bettwanzen erkennen und bekämpfen

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Sie verstecken sich in Hotelzimmern und Ferienwohnungen. Im Gepäck des letzten Urlaubs finden sich immer häufiger auch Bettwanzen. Doch wie wird man die Plagegeister wieder los?

Urlaubsgepäck

Tagsüber bekommt man die winzigen Insekten kaum zu Gesicht. Deshalb bleibt der Befall in hotels und Ferienwohnungen oft lange Zeit unentdeckt. In die eigene Wohnung schleppt man die Ungeziefer mit befallenen Gegenständen ein. Das können zum einen Reisegepäckstücke sein, aber auch mit Möbelstücken vom Sperrmüll oder Flohmarkt kann man sich Bettwanzen einhandeln. Laut dem Umweltbundesamt "kann ein einziges befruchtetes Weibchen im Reisegepäck ausreichend sein, um beispielsweise im eigenen Haushalt einen neuen Befall zu verursachen."

So erkennen Sie einen Bettwanzen-Befall

Wenn es juckt oder kribbelt, fällt der Verdacht schnell auf Bettwanzen. Um nachzuweisen, dass es sich tatsächlich um Bettwanzen handelt, muss man allerdings einige Dinge beachten. Nicht jeder Stich ist auf eine Bettwanze zurückzuführen. Die Reaktion auf Bettwanzenstiche kann ganz unterschiedlich ausfallen. Bei einigen entstehen juckende rötliche Pusteln, bei anderen Blasen oder Quaddeln. Nicht jeder reagiert auf die Stiche der Wanze. Nimmt der Befall jedoch zu, kann sich auch eine verspätete Hautreaktion zeigen.

Da Bettwanzen im Gegensatz zu anderen Parasiten nicht dauerhaft auf ihrem Wirt wohnen, sollte auch die Umgebung deutlich untersucht werden. Auf dem Lattenrost, unter dem Sofa, hinter Bilderrahmen oder Lichtschaltern oder sogar hinter der Tapete verstecken sich die Insekten gerne. Dort kann man den Befall an Häutungshüllen und Kotspuren erkennen. Auch kleine Blutflecken auf der Bettwäsche oder Kleidung können Indikatoren sein.

Schmerzhaft, aber nicht gefährlich

Da Bettwanzen sich vom Blut des Menschen ernähren, können sie theoretisch genau wie Mücken oder Zecken Krankheitserreger übertragen. Bisher sind allerdings keine Erreger nachgewiesen, die durch Bettwanzen übertragen werden. Damit gilt das Risiko einer Übertragung als äußerst gering. Der Befall bleibt also lästig und mitunter schmerzhaft, doch Betroffene müssen keine bleibenden gesundheitlichen Schäden fürchten. Die Stiche der Wanze können sich allerdings durch vermehrtes Kratzen entzünden und bei einigen Menschen zu allergischen Reaktionen führen.

Bettwanzen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Bettwanzen sind rostrot bis dunkelbraun gefärbt. Picture Alliance

So beenden Sie die Bettwanzen-Plage

Da die Stichbelästigung oft erst nach mehreren Wochen einsetzt, ist der Befall meist schon fortgeschritten, wenn die Bettwanzen entdeckt werden. Die Plagegeister nachhaltig zu bekämpfen kann daher eine große Herausforderung sein. Mit Hausmitteln und Putzaktionen kommt man hier meist nicht weit. Wer Verdacht auf einen Befall hat, sollte so schnell wie möglich einen professionellen Schädlingsbekämpfer hinzuziehen. "Nur von diesem können wirksame Insektizide oder Wärmebehandlungen adäquat angewandt beziehungsweise durchgeführt und so ein Bettwanzenbefall erfolgreich beseitigt werden", rät das Umweltbundesamt.

Kälte tötet

Neben der Arbeit des professionellen Schädlingsbekämpfers können Betroffene auch selbst auf einige Dinge achten. Stark befallene Gegenstände sollten, wenn sie keinen großen Wert oder Nutzen haben, am besten entsorgt werden. Dabei ist es wichtig, die Gegenstände luftdicht zu verpacken, damit die Insekten nicht entweichen können. Gegenstände, die weiterhin benutzt werden sollen, können entweder mit Insektiziden behandelt werden oder mindestens drei Tage in der Tiefkühltruhe gelagert werden. Kleidungsstücke können in der Waschmaschine bei 40 Grad und im Trockner bei 60 Grad von den Bettwanzen befreit werden. Auch Ofen und Sauna können bei mindestens 55 Grad die Bettwanzen abtöten.

Laut Umweltbundesamt sollte man dabei allerdings nicht zu hohe Erwartungen haben: "Eine Bekämpfung in Eigenregie wird keine vollständige Beseitigung der Schädlinge zur Folge haben und kann unter Umständen (zum Beispiel durch die fehlerhafte Anwendung/Ausbringung von Insektiziden) sogar gesundheitsschädigende Wirkung haben." Auch die Wohnung zu verlassen, hilft in der Regel nicht weiter, denn Bettwanzen können bis zu sechs Monate ohne Wirt auskommen.

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