Kleine Solaranlage am Balkon eines Mietshauses (Foto: dpa Bildfunk,  Sven Hoppe)

Tipps aus der SWR Umweltredaktion

Balkonkraftwerke – Nutzen, Kosten & Voraussetzungen

Stand
REDAKTEUR/IN
Sabine Schütze
MODERATOR/IN
Michael Lueg
SWR1-Moderator Michael Lueg (Foto: SWR, SWR1 -)

In Zukunft soll der Energiebedarf vor allem durch erneuerbare Alternativen abgedeckt werden. Mit einem Balkonkraftwerk zum Beispiel können Sie Ihre Energie vom Balkon aus erzeugen.

Ob und wie das funktionieren kann, hat uns Sabine Schütze aus der SWR Umweltredaktion erklärt.

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SWR1: Könnte man mit einem Balkonkraftwerk zum Beispiel die Kaffeemaschine und den Kühlschrank betreiben? 

Sabine Schütze: Prinzipiell schon – schließlich läuft der erzeugte Strom in den haushaltseigenen Stromkreislauf rein, sobald die Anlage eingesteckt wird. Doch weil die Photovoltaik nachts keinen Strom produziert, kann sie zu dieser Zeit auch nicht den Kühlschrank betreiben. Tagsüber ist das was anderes. Deshalb sollten dann auch die Stromverbraucher, wie Waschmaschine und Geschirrspüler, laufen. Unterm Strich erzeugt so eine Mini-Solaranlage etwa 20 Prozent des Stroms, den ein Zwei-Personen-Haushalt benötigt und das ist in etwa das, was Kühlschrank und Kaffeemaschine an Stromverbrauch ausmachen können.

SWR1: Wie sieht es aus mit der Installation – kriegt man das allein hin und was sind die Voraussetzungen?

Schütze: Mieter brauchen zunächst einmal eine Erlaubnis des Vermieters. Grundsätzlich ist dann noch ein digitaler Stromzähler eine Voraussetzung – und den hat noch nicht jeder. Ein Handwerker muss die Anlage fachgerecht anschließen. Dann muss das Balkonkraftwerk noch bei der Bundesnetzagentur und beim eigenen Netzbetreiber angemeldet werden, bevor es losgehen kann.

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SWR1: Können Hausbesitzer mit einer großen Photovoltaik-Dachanlage sich autark mit Energie versorgen und wie teuer wäre das? 

Schütze: Sich im Eigenheim selbstständig mit einer Photovoltaik-Anlage mit Strom selbst zu versorgen ist kaum möglich, denn dafür bräuchte es mehr Dachfläche für die nötigen Module als vorhanden ist. Aber mit einem Solarspeicher ist im eigenen Haus eine Selbstversorgung mit Strom zwischen 60 und 80 Prozent möglich. Die Lücke könnte dann beispielsweise eine Kleinwindanlage schließen, wenn man nicht auf dem Strom vom Netzbetreiber zurückgreifen möchte – wobei bis zu 80 Prozent schon mal prima sind. Experten schätzen, dass eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher – je nach Kapazität – zwischen 15.000 und 20.000 Euro kostet und einem Einfamilienhaus Stromkosten von etwa 700 Euro im Jahr spart.

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