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Mit den neuen Corona-Lockerungen sind auch wieder mehr Menschen mit dem Zug unterwegs. Muss ich während der Bahnfahrt eine Maske tragen und was passiert, wenn ich sie zuhause vergessen habe?

Maskenpflicht

Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts gelten nach Angaben der Deutschen Bahn auch für das Reisen mit dem Zug. Das Tragen von Masken in Bahnhöfen, auf dem Bahnsteig und im Regionalzug ist demnach verpflichtend - demnächst auch im Fernverkehr. Bisher gab es dafür nur eine Empfehlung. Die Maskenpflicht gelte auch für Bahn-Mitarbeiter, die Kontakt mit Reisenden haben: Sie sind mit Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhen ausgestattet. Wer seine Einwegmaske zuhause vergessen hat, bleibt nicht am Bahnsteig stehen. Im Zug werden Masken für 1,50 Euro verkauft.

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Ansteckungsgefahr durch die Klimaanlage?

Eine ständiger Luftaustausch in Zügen ist nur durch eine Klimaanlage möglich. Nach Auswertung der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Covid-19-Erreger kamen Techniker und der betriebsärztliche Dienst der Bahn zu der Erkenntnis: "Die hauptsächliche Übertragung des Virus erfolgt über Tröpfchen, die beim Husten und Niesen entstehen." Das bestätigt auch Virologe Bodo Plachter im SWR1-Interview: "Das Hauptrisiko ist der persönliche Kontakt - über Aerosole, über Tröpfchen." Daher hält die Bahn eine Übertragung - aufgrund der sehr langen Lüftungswege, der Trocknung der Luft und der vorhandenen Filter - über die Klimaanlage für äußerst unwahrscheinlich.

Es wird mehr geputzt

Dafür hat die DB die Anzahl des Reinigungspersonals von derzeit bundesweit 4.300 Mitarbeitern erhöht: "Bis Juli 2020 soll es in den Fernzügen 500 Unterwegsreiniger geben – das sind doppelt so viele wie bisher", so ein Bahnsprecher. Wo es technisch möglich ist, öffnen die Türen der Regio-Züge und S-Bahnen automatisch. Auch Bedienflächen an Fahrkarten- und Snack-Automaten sollen besonders gereinigt werden.

Platzsuche

Bestimmte Plätze oder ganze Sitzreihen werden in den Abteilen nicht gesperrt, um den notwendigen Abstand von mindestens 1,50 Meter einhalten zu können. "Dafür schafft die Deutsche Bahn mehr Kapazität und damit zugleich mehr Platz", so ein Bahnsprecher. Dabei kommt dem Reiseanbieter nach eigenen Angaben die derzeitige geringere Auslastung von rund 20-30 Prozent im Fernverkehr entgegen.

Überfüllte Züge sollen aber auf alle Fälle vermieden werden. Von einer Reservierungspflicht sieht die Bahn jedoch bewusst ab. "Sollte der empfohlene Abstand nicht eingehalten werden, muss das Zugpersonal dafür sorgen. Notfalls auch durch Einsatz der Bundespolizei," so Uwe Bettendorf aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

Die Bahn-App hilft bei der Platzsuche (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Bahn-App hilft bei der Platzsuche Picture Alliance

Bahn-App soll vor vollen Zügen warnen

Wer online eine Platzreservierung vornimmt, kann sich seinen Wunschplatz aussuchen. "Wir achten bereits im Buchungsprozess verstärkt darauf, dass wir unsere Züge möglichst gleichmäßig auslasten und im ganzen Zug ausreichend Sitzplätze ohne Reservierungen vorhalten", so ein Bahnsprecher. Wer ohne Reservierung zusteige, bekomme durch das Bordpersonal Hilfe bei der Platzsuche. Nutzer der Bahn-App oder der Homepage bekommen - ganz neu – eine Auslastungsanzeige angeboten. Sobald ein Fernverkehrszug über Vorabbuchungen zu mehr als 50 Prozent ausgelastet ist, können sich Kunden gezielt für weniger ausgelastete Züge entscheiden.

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