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Der vor drei Jahren gepflanzte Haselnuss-Strauch ist zu groß geworden und soll versetzt werden. "Das ist Knochenarbeit", sagt SWR1-Gartenexperte Hans-Willi Konrad und erklärt, worauf Sie beim Umsetzen achten sollten.

Perfektes Timing

Der Herbst ist eine gute Jahreszeit, um einen zu groß gewordenen Baum oder Strauch zu versetzen, empfiehlt SWR1-Gartenexperte Hans-Willi Konrad vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau (KÖL) in Bad Kreuznach. Grund dafür ist, dass im Herbst die Bäume und Sträucher ihr Laub verlieren, die Pflanzen das Wachstum verlangsamen und damit beginnen, auch alle anderen Aktivitäten auf ein Minimum zu reduzieren.

SWR1 Gartenexperte Hans-Willi Konrad (Foto: SWR)
SWR1-Gartenexperte Hans-Willi Konrad

Beschneiden und ausstechen

Für das Umsetzen sollte die Pflanze zunächst artgerecht beschnitten werden, erläutert Konrad: "Dann muss ich den Baum oder Strauch großzügig rund herum ausstechen und darauf achten, dass dabei ein entsprechend großer Wurzelballen entsteht. Wichtig ist dabei, dass neben den großen Wurzeln, die die Pflanze im Boden verankern, auch Teile der mittleren und kleinen Wurzeln erhalten bleiben." Gerade die kleinen Wurzeln benötigt die Pflanze für die Aufnahme von Wasser und anderen Nährstoffen aus dem Boden. Allerdings gibt es eine klare zeitliche Grenze, bis zu der der Gartenexperte einen Baum in Eigenregie versetzen würde: "Nach drei bis vier Jahren an einem Standort, das geht noch. Einen acht Jahre alten Apfelbaum, den lasse ich dort stehen, wo er ist."

Große Bäume

Große Bäume zu versetzen bezeichnet Hans-Willi Konrad als echte Knochenarbeit, bei der es aber ebenso auf die Vorarbeit ankommt, wie bei kleineren Pflanzen. Geht es um nicht-flach-wurzelnde Bäume, muss mindestens einen halben bis einen Meter vom Stamm entfernt der Boden aufgegraben und der Wurzelballen abgestochen werden. Um auch hier möglichst viele Wurzeln aller Größen zu erhalten, gelte es mindestens auch genauso tief zu stechen.

Neue Heimat

Ebenso wichtig, so der SWR1-Gartenexperte weiter, ist die entsprechende Vorbereitung der Stelle, an der der Baum oder Strauch seinen neuen Platz finden soll. Jetzt im Herbst sollte man beim Umsetzen auf Dünger verzichten und den Boden nur mit Humus oder Kompost verfeinern.

Das Loch selbst sollte entsprechend groß und tief gegraben werden. Für einen Himbeerstrauch empfiehlt der Gartenexperte beispielsweise ein Loch von der doppelten Größe des Wurzelballens. "Die Pflanze sollten wir dann aber nicht tiefer in den Boden versenken, als sie vorher auch im Boden war. Am Rand und am Boden des Loches muss die Erde schön gelockert sein."

Konrad rät weiter, den Himbeerstrauch nach dem Umsetzen mit einem Pfahl zu befestigen. Damit fällt der Pflanze das Anwachsen leichter, und er gibt noch einen weiteren Tipp: "Stellen Sie den Pfahl in die Haupt-Windrichtung. Das stützt die Himbeere beim Anwachsen."

Nacharbeit

Nach dem Einsetzen der Pflanze und dem Zuschütten des Pflanzloches steht das Gießen an: "Angießen bedeutet zwei bis drei Gießkannen Wasser, also zwanzig bis dreißig Liter", erklärt Konrad.

Gießkanne mit Herbstlaub (Foto: Colourbox)
Angießen hilft beim Anwurzeln der umgesetzten Pflanze

Nur so ist sichergestellt, dass die Wurzeln der Pflanze zügig Halt im weichen Boden finden und dass der Vorgang des Anwachsens beginnen kann. Bei größeren Sträuchern oder Bäumen kommt der Wasserschlauch zum Einsatz. Das Angießen sollte bei Bedarf wiederholt werden.

Ist die Pflanze dann angewachsen, bekommt sie mit einem Bodenaktivator - Kompost oder anderem organischem Dünger - noch etwas Starthilfe. Das darf bei im Herbst versetzten Bäumen aber erst im Frühjahr passieren.

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