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Türchen auf, Schokolade rausholen und direkt naschen. So kennen wir den klassischen Adventskalender, der in der Adventszeit sehr gerne von uns täglich geplündert wird. Aber wer mit einem Adventskalender auch einmal andere beschenken will, kann das mit einem "umgekehrten Adventskalender" tun. Und damit beginnen können Sie auch noch nach dem 1. Dezember!

Und so funktioniert's!

Die Idee ist eigentlich ganz einfach: Vereine, Projekte oder Gemeinden rufen in der Vorweihnachtszeit dazu auf, täglich eine kleine Überraschung zu kaufen und in eine Kiste zu legen. Die volle Kiste mit 24 Artikeln kann dann zu einem bestimmten Zeitpunkt bei einer Sammelstelle abgegeben werden. Der "umgekehrte Adventskalender" wird dann von der Wohltätigkeitsorganisation an Menschen weitergegeben, die sich nicht so viel leisten können. Eine der Gemeinden ist die Philippus-Gemeinde in Mainz, die sich auch 2019 an der Aktion beteiligt und für die Tafel sammelt.

Persönliche Erfahrungen

In der Mainzer Gemeinde hat die Aktion in den letzten Jahren sehr gut funktioniert. Dabei haben sich 2018 mehr als 50 Personen und zwei Schulklassen beteiligt. "Wobei das A und O ist, dass sich Menschen darum kümmern. Zum Glück haben wir eine Koordinatorin, die verlässlich mit der Tafel Absprachen trifft, die Werbung anstößt und die Waren nach Ende der Sammlung abliefert", so die Erfahrungen von Pfarrer Sascha Heiligenthal. Die Spender halten sich auch an die Vorgaben, was alles in die Sammelkisten darf. Gespendet werden hauptsächlich "konservierte Lebensmittel, Waschmittel und Hygieneartikel, Kaffee und weitere Dinge des täglichen Gebrauchs".

Es geht auch ohne Organisation

Natürlich müssen Sie nicht auf einen Aufruf einer Wohltätigkeitsorganisation oder Gemeinde warten. Sie können den "umgekehrten Adventskalender" aber auch persönlich organisieren und 24 Geschenke für Menschen aus ihrem Bekanntenkreis in eine Kiste packen, die Hilfe gebrauchen können.

Was schenken?

Wichtig ist erst einmal zu klären, für wen die Kiste gepackt werden soll – sind es Kinder, Familien oder beispielsweise die Gäste einer Tafel? Entsprechend können dann die folgenden Produkte eingepackt werden:

  • Hygieneartikel, (z.B. Zahnpasta),
  • Spielsachen,
  • Kleidungsstücke (Schals oder Mützen) oder
  • haltbare Lebensmittel (z.B. Nudeln oder Konserven). Es sollte sich um keine verderblichen oder alkoholischen Nahrungsmittel handeln.

Wer hat's erfunden?

Die Idee kam 2016 ursprünglich aus der belgischen Stadt Bergen. Mitarbeiter einer Wohltätigkeitsorganisation wollten mit ihrem "umgekehrten Adventskalender" den örtlichen Obdachlosen helfen. Anstatt jeden Tag ein Türchen im klassischen Adventskalender zu öffnen, baten sie darum, in eine Kiste jeden Tag ein kleines Geschenk zu legen. Am Ende der Aktion wurden die Kisten dann von der Organisation abgeholt und an Bedürftige verteilt. Und die Idee funktionierte – bereits ein Jahr später meldeten sich fast 2.000 Spender, die den "umgekehrten Adventskalender" unterstützen wollten.

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