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Für Pflegebedürftige und Pflegekräfte bedeutet die Corona-Krise ganz besonders große Herausforderungen: Eingeschränkte Kontakte, knappe Vorräte an Schutzausrüstung - und der große Bedarf an osteuropäischen Pflegekräften.

Viele der osteuropäischen Pflegekräfte hätten Angst und hätten deswegen ihre Anreise abgesagt, sagt Ferdinand Schupp. Er ist Geschäftsführer der Agentur Pflegehelden Pfalz, die 24-Stunden-Pflegekräfte vermittelt.

Bisher finde die Agentur aber immer wieder neue Kräfte, die trotzdem kommen - aus finanziellen Gründen: "Sie verdienen hier das Dreifache von dem, was sie sonst in Polen verdienen würden", so Schupp im SWR1-Interview. Dazu hätten einige Pflegekräfte, die bereits vor Ort waren, ihren Aufenthalt verlängert. "Das hat die Sache entspannt. Ansonsten müssen wir gucken, dass wir viele neue Pflegekräfte finden und akquirieren können, um die Personen zu betreuen."

Regelmäßiger Coronatest nicht umsetzbar

Regelmäßig auf Corona getestet werden die Pflegekräfte nicht. Vor dem Beginn ihrer Tätigkeit in Deutschland werde Fieber gemessen. Ein regelmäßiger Test sei jedoch nicht umsetzbar. Hygiene sei in der Pflege immer wichtig gewesen, sagt Schupp. Die Kräfte hätten dazu die Anweisung, sich oft die Hände zu waschen, einen Mundschutz zu tragen falls vorhanden, und gegebenenfalls Handschuhe. Dazu komme die Prävention auf Seiten der Senioren: "Wir empfehlen unseren Kunden, möglichst keine Verwandten und Bekannten kommen zu lassen, um sich nicht darüber anzustecken."

Kein Sicherheitsabstand möglich

Der Sicherheitabstand von 1,50 Metern lasse sich jedoch in der Pflege nicht umsetzen. "Das geht natürlich nicht", so Schupp. Pflegekräfte seien unter anderem für Körperpflege und Mundhygiene zuständig. "Da ist der körperliche Kontakt da."

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