STAND

In Rheinland-Pfalz steigt aktuell die Zahl der Grippefälle. Ein erstes Anzeichen für die Influenza ist Fieber. So stellen Sie eine erhöhte Temperatur sicher fest - ganz ohne Schwankungen.

Auch wenn der ein oder die andere sich ein wenig davor ekelt, als sicherste Methode gilt Messung im Po mit einem elektrischen Thermometer, sagt Allgemeinmediziner Michael Fink aus Gebhardshain im Westerwald. Aber Fink, der auch Vizepräsident der Landesärztekammer in Rheinland-Pfalz ist, hat vollstes Verständnis dafür, wem die rektale Methode zu aufwendig ist.

Ohrmessung hat sich in Praxis bewährt

"Die Gehörgangsmessung ist praktikabel, sicher und geht schnell", rät Fink als Alternative. Anders als in den 1990er Jahren, als bei den Ohrmessgeräten häufig jede Messung noch ein unterschiedliches Ergebnis brachte, seien die heutigen Geräte sehr sicher. Er benutzt so ein Gerät selbst in seiner Praxis, weil es unkompliziert sei. Auch in den Kliniken sei diese Methode gang und gäbe.

Das Ohrthermometer hat sich in vielen Praxen bewährt. Ein Mann misst bei einem Mädchen mit einem Ohrthermometer die Körpertemperatur. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER/ 57stock)
Das Ohrthermometer hat sich in vielen Praxen bewährt picture alliance/imageBROKER/ 57stock

"Nicht am Ohrläppchen messen."

Sanitätsrat Michael Fink zur richtigen Benutzung eines Ohrthermometers

Zwei Dinge gibt es dabei zu beachten: "Nicht am Ohrläppchen messen", warnt Fink, sondern das Thermometer sollte in den Gehörgang hineingeführt werden. Und Stichwort Sauberkeit: Viel Ohrenschmalz hilft nicht viel, da am besten vor der Messung mit dem Q-Tipp einmal sanft durchwischen. Dabei beachten, dass das Wattestäbchen nicht zu tief in den Hörgang gerät und so zu Verletzungen führt. Außerdem genau auf die Bedienungsanleitung achten und so lange wie vorgegeben messen. Meist gibt es ein Piepsignal.

Achselhaare können Messergebnis verfälschen

Alternativ könne man mit einem elektrischen Thermometer auch unter der Achselhöhle oder in der Mundhöhle messen. Glas-Thermometer mit Quecksilber hätten weitestgehend ausgedient. An beiden Körperstellen kann es aber schnell zu Schwankungen kommen, zum Beispiel wenn man kurz vorher etwas Warmes oder Kaltes gegessen hat oder die Lippen nicht geschlossen lässt. Unter den Achseln ist es oft ein Dreiviertel Grad kühler als an anderen Körperstellen. Schuld daran tragen Achselhaare und Feuchtigkeit.

Kritisch sind Temperaturen von 38,5 Grad, ab dieser Temperatur könne man fiebersenkende Medikamente nehmen oder zum Beispiel kühle Wadenwickel machen, meint Fink. Auf jeden Fall brauche der Körper dann eine Pause. "Fieber ist immer ein Indikator dafür, sich ruhig zu verhalten."

Wadenwickel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / Helga Lade Fotoagentur GmbH, Ger)
Wadenwickel können dabei helfen, das Fieber zu senken. picture-alliance / Helga Lade Fotoagentur GmbH, Ger

Steigt die Temperatur über 40 Grad, werde es haarig, dann sollte man unbedingt reagieren. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei Fieber um Viren und nicht um bakterielle Erkrankungen. Gegen Viren gebe es kein Medikament, da helfe nur Schonen und viel Wasser und Kräutertee trinken. Zu circa drei bis vier Litern Flüssigkeit rät Fink. Das Gute am Fieber ist, dass es sich dabei um eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers handele. So entwickelt er schneller Antikörper.

Nach Fastnacht erfahrungsgemäßig mehr Grippefälle

In Finks Praxis in Gebhardshain im Kreis Altenkirchen gehe es jetzt gerade mit der Grippewelle los. Das Landesuntersuchungsamt erwartet den Höhepunkt der Grippewelle für Februar bzw. Anfang März. Zuletzt hat sich die Zahl der Grippekranken im Land innerhalb einer Woche etwa verdoppelt. Aus Erfahrung weiß Fink, dass das erst der Anfang sein dürfte, denn üblicherweise stiegen die Zahlen mit der Fastnacht. "Dann steppt hier der Bär."

Keinen einzigen Patienten habe der Allgemeinmediziner bislang mit Sorge vor einer vermeintlichen Ansteckung mit dem Coronavirus gehabt. Das gebe es bei ihm im Westerwald nicht, dass die Leute sich deshalb verrückt machten.

STAND
AUTOR/IN