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SWR1 Redakteur Marcus Netscher (Foto: SWR, privat - M.Netscher)

Gebrauchte Eisdosen sind für viele Menschen eine umweltfreundliche Art, Lebensmittel einzufrieren. "Dafür sind diese Dosen nicht geeignet," warnt die Verbraucherzentrale NRW jetzt.

Eisbehälter (Foto: Imago, Imago)
Plastikgefäße sollten nicht zum Auftauen in der Miktrowelle verwendet werden. Imago Imago

Weichmacher

Der Grund sind Weichmacher oder so genannte UV-Stabilisatoren, die bei der Verarbeitung des Plastiks entstehen.

"Diese Plastikdosen wurden für die Abfüllung von Speiseeis hergestellt und eignen sich nicht zur Aufbewahrung anderer Lebensmittel!"

Kerstin Etzenbach-Effers, Verbraucherzentrale NRW

Die Hersteller der Dosen geben in ihren Konformitätserklärungen zu den Plastikverpackungen an, dass die Verwendung ausschließlich bei tiefen Temperaturen für Lebensmittel unbedenklich ist. Für fett- oder ölhaltige Lebensmittel sind solche Dosen ungeeignet. "Wer in eine solche Dose etwa heiße und fetthaltige Suppe füllt, der riskiert, dass sich Chemikalien aus der Dose herauslösen und ins Lebensmittel übergehen", erklärt die Diplom-Chemikerin.

Polypropylen

Wer dennoch Plastikgefäße zum Einfrieren verwenden möchte, sollte auf die Kennzeichnung "PP" auf dem Boden der Dosen achten. Diese Behältnisse sind dann aus so genanntem Polypropylen hergestellt. Ein Kunststoff, der auch mit heißen Lebensmitteln befüllt und eingefroren werden kann.   

Glas

Besser geeignet zum Einfrieren von Lebensmitteln eignen sich Schraubgläser mit PVC-freien Dichtungen, so die Expertin. Diese Dichtungen erkennt man daran, dass sie in der Regel blau eingefärbt sind. Glasgefäße sollten vor dem Befüllen mit warmen oder heißen Lebensmitteln erwärmt werden. Dann springt das Glas nicht. "Allerdings sollten sie nicht randvoll gefüllt werden, sondern etwa ein bis zwei Zentimeter Platz haben, weil sich der Inhalt beim Gefrieren ausdehnt", so Etzenbach-Effers.

Auftauen und Erhitzen

Zum Auftauen in der Mikrowelle sollten die Deckel der Gläser abgenommen werden. Plastikgefäße eignen sich grundsätzlich nicht zum Auftauen in der Mikrowelle. Fettige Lebensmittel sollten besser in Edelstahl, Glas oder Porzellan erhitzt werden, da sie besonders anfällig für den Übergang von Schadstoffen aus der Verpackung sind, rät die Verbraucherzentrale NRW.

Verbraucherzentrale berät

Fragen rund um Schadstoffe in Verpackungen, Möbeln, Kleidung oder Spielzeug beantwortet die Verbraucherzentrale NRW auf einer eigenen Webseite. Fragen und Antworten zum Umgang mit Kunststoffbehältern für Lebensmittel und mögliche Alternativen finden Sie in der Publikation "Kunststoffe erkennen und bewerten".

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