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SWR1 Redakteur Marcus Netscher (Foto: SWR, privat - M.Netscher)

Defekte Autobatterien belegen jeden Winter die vordersten Plätze der Pannenstatistik. Wir erklären Ihnen, was Sie jetzt für ihre Autobatterie tun können.

Blei-Akkus und Kälte

Im Auto kommen fast ausschließlich so genannten wartungsfreie "Blei-Akkus" als Starterbatterien zum Einsatz. Diese zeichnen sich bei Normaltemperaturen durch hohe abrufbare Stromstärken aus. Der Nachteil: Bei Kälte und mit zunehmendem Alter laufen die chemischen Prozesse in der Batterie deutlich langsamer ab. Die Folge: Die zum Anlassen abrufbare Stromstärke sinkt, während der Verbrennungsmotor gleichzeitig bedingt durch die niedrigen Temperaturen, mehr Strom braucht.

Kurzstrecke und Verbraucher

Autobatterie (Foto: dpa Bildfunk, Christophe Gateau)
Defekte, tiefenentladene Autobatterien belegen in den Wintermonaten Platz 1 der ADAC-Pannenstatistik. Christophe Gateau

Sitzheizung, Radio, Licht oder Scheibenwischer zehren an der Leistung einer Batterie. Oft wird, gerade bei Kurzstrecken deutlich mehr Energie entnommen, als die Lichtmaschine in dieser Zeit nachladen kann. Das geht zu Lasten der Batteriekapzität. Ein Umstand, mit dem dieser Akku-Typ nicht lange problemlos umgehen kann.

Die wichtigste Regel: Strom sparen!

ADAC

Der ADAC rät deshalb, gerade im Kurzstreckenbetrieb, Verbraucher nur so lange zu betreiben, wie sie tatsächlich benötigt werden. Schalten Sie also zum Beispiel die Heckscheibenheizung ab, sobald die Scheibe frei ist, oder deaktivieren Sie die Sitzheizung sobald es im Fahrzeug warm wird.

Prüfen (lassen)

Strommessung an einer Autobatterie (Foto: dpa Bildfunk, Marius Becker)
Experten raten dazu, die Autobatterie regelmäßig auch auf ihre Kaltstartfähigkeiten prüfen zu lassen. Marius Becker

Die Experten des ADAC empfehlen, zu Beginn des Winters die Autobatterie überprüfen zu lassen. In der Werkstatt wird dabei nicht nur die Spannung, sondern auch die noch verfügbare Kaltstartfähigkeit geprüft. Besteht die Batterie diesen "Stresstest" nicht, hilft nur ein Austausch. Experten weisen darauf hin, dass eine Starterbatterie bereits ab einem Alter von vier Jahren verbraucht sein kann.

Nachladen

Ist die Batterie noch nicht zu alt, hilft oft ein Nachladen über Nacht mit einem geeigneten Autoladegerät. Solche Ladegeräte gibt es schon ab rund 20 Euro online oder im Fachhandel. Wer zuhause am Auto keinen Stromanschluss hat, der muss die Batterie allerdings ausbauen. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeuges. Beachten Sie, dass nach dem Wiedereinbau gegebenenfalls das Radio, elektrische Fensterheber oder die Zentralverriegelung neu programmiert werden müssen.

Grundsätzlich

Wenn Sie sich also jetzt mit Ihrer Autobatterie beschäftigen wollen, sollten Sie unbedingt noch einige weitere Tipps beherzigen: Tragen Sie im Umgang mit Autobatterien immer Handschuhe, empfiehlt der ADAC. Lagern oder transportieren Sie Autobatterien möglichst aufrecht. Vermeiden Sie, dass die Batterie über einen längeren Zeitraum schräg steht. Sonst besteht die Gefahr, dass ätzende Batteriesäure austreten kann. Beim Anschluss eines Ladegerätes, oder falls Sie Starthilfe geben wollen, achten Sie unbedingt auf die richtige Polung und die richtige Reihenfolge der Anschlüsse. Weitere Tipps zur richtigen Starthilfe finden Sie zum Beispiel beim ADAC. Ist die Batterie tiefenentladen, muss sie nicht zwangsläufig getauscht werden. Hier kann der Einsatz eines geeigneten Ladegerätes helfen. Ist nichts mehr zu retten, lassen Sie von einer Werkstatt auch die Ladeeinrichtung ihres Fahrzeuges auf Beschädigungen prüfen.

Entsorgung

Defekte Autobatterien müssen entsorgt werden, das sieht die Batterieverordnung (BattV) vor. Auf jeder Autobatterie gibt es 7,50 Euro Pfand, die Sie bei der Rückgabe der Batterie vom Verkäufer zurück erhalten oder beim Kauf einer neuen Batterie verrechnen lassen können. Um das Pfand zurück zu erhalten, müssen Sie den Kaufbeleg der Batterie vorlegen. Im Zweifel können Sie die Autobatterie auch auf ihrem Wertstoff- oder Recyclinghof kostenlos entsorgen.

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