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Die Bundeswehr betritt in Zeiten der Corona-Pandemie Neuland. Knapp 20.000 Soldatinnen und Soldaten unterstützen die Maßnahmen in Impfzentren, Altenheimen oder Gesundheitsämtern. Wir haben mit Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) über die Herausforderungen, Chancen und Belastungen der Truppe durch diese Einsätze gesprochen.

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SWR1: Die Bundeswehr ist gerade sichtbar wie lange nicht. Wer mal in einem Impf- oder Testzentrum war, kann das sehen: überall hängen Uniformjacken. Ist ihre Truppe sehr gefragt?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Ja, sie ist sehr gefragt. Zurzeit sind deutschlandweit rund 19.000 Männer und Frauen im Einsatz. In Rheinland-Pfalz sind es so rund 450, die dort in der Amtshilfe unterstützen.

SWR1: Test- und Impfzentren, Pflegeheime, Gesundheitsämter - wie können Soldatinnen und Soldaten da helfen?

Kramp-Karrenbauer: In ganz unterschiedlicher Art und Weise. In den Gesundheitsämtern natürlich insbesondere in der Nachverfolgung von Infektionsketten. In Alten- und Pflegeheimen besonders durch die Unterstützung und Entlastung der Pflegekräfte und natürlich bei der Organisation der Impfzentren. Und dort, wo am Patienten selbst gearbeitet wird und wir selbst Sanitätspersonal stellen können, dort auch im medizinischen Sinne.

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SWR1: Und wie haben Sie Ihre Leute auf die Einsätze vorbereitet?

Kramp-Karrenbauer: Da wo wir selbst medizinisches Personal haben, etwa im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz, ist es auch schon in normalen Zeiten selbstverständlich, dass wir unsere Strukturen der Zivilbevölkerung zur Verfügung stellen. Ansonsten bei den helfenden Händen. Bei den Abstrichen sind die Soldatinnen und Soldaten etwa durchs Rote Kreuz oder durch Ärzte geschult worden, wie man so einen Test macht. Und das läuft alles wirklich sehr, sehr reibungslos.

SWR1: 19.000 sind es jetzt, und sie sagen bis zu 25.000 Soldatinnen und Soldaten könnten bei den Coronaeinsätzen helfen. Aber das muss ja alles aus dem laufenden Betrieb gestemmt werden. Bleibt dabei der Bundeswehr jetzt einiges liegen?

Kramp-Karrenbauer: Wir haben ja zum ersten Mal in unserer Geschichte ein eigenes Hilfskontingent aufgestellt. Das hat sich auch bewährt. Aber natürlich sind wir von Corona genauso betroffen wie andere Bereiche auch. Das heißt alleine schon durch die Infektionen von Soldatinnen und Soldaten kann eine ganze Reihe von Präsenzausbildung nicht stattfinden, müssen Übungen abgesagt werden.

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SWR1: Der Bundeswehrverband ist auch der Meinung, dass diese Zusatzbelastung schwächt. Ist die Bundeswehr trotz der Amtshilfe noch arbeitsfähig?

Kramp-Karrenbauer: Ja, absolut. Unser Kernauftrag ist und bleibt die Verteidigung Deutschlands, in der Landes- und Bündnisverteidigung und insbesondere auch unsere internationalen Einsätze. Und auch alle diese Einsätze und auch die Verteidigungsbereitschaft sind nach wie vor gewährleistet. Aber es ist eben auch eine große Kraftanstrengung für jeden in der Truppe.

Das Gespräch führte Birgit Steinbusch

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