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Kaminöfen sind seit Jahren schwer im Trend. Für ältere Öfen ist zum Jahresanfang nun die Betriebserlaubnis ausgelaufen. Sie müssen nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Ungefiltert

2010 regelte der Gesetzgeber in der "Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen" (BlmSchV) die Grenzwerte und die entsprechenden Übergangsfristen, die auch für den Betrieb von privaten Kamin-, Kachel- oder Werkstattöfen gelten. Bei vielen geht der Rauch ungefiltert durch den Kamin und produziert dabei jede Menge Feinstaub. Für Öfen, die zwischen 1985 und 1994 angeschafft wurden, endet deshalb die Betriebserlaubnis am 31. Dezember 2020.

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Nachrüstung

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Gemeinden und Kommunen je nach Luftqualität auch ein Betriebsverbot für solche Feuerstätten aussprechen können. Wer sein altes Schätzchen auch 2021 weiter betreiben möchte, schafft das in vielen Fällen mit der Nachrüstung eines elektrostatischen Filter-Systems. Dieses soll dafür sorgen, dass der in der BlmSchV vorgeschriebene Ausstoß auf maximal 150 Milligramm pro Kubikmeter Luft begrenzt wird. Eine solche Anlage kostet rund 1.500 Euro. Nach dem Einbau muss der Filter dann noch vom Kaminkehrer abgenommen werden. Bis Ende 2024 sollten alte Kaminöfen nachgerüstet werden.

Neuanschaffung

Wer die Kosten einer Nachrüstung scheut, kann alternativ über eine Neuanschaffung nachdenken. "Dabei sollte auf eine gute Energieeffizienz geachtet werden," erläutert Ute Rigbers, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Bremen. Moderne Kaminöfen erreichen die Energieeffizienzklasse A+, Pelletöfen sogar die Klasse A++. In vielen Öfen wird das durch den Einsatz moderner Digital-Technik erreicht und der Ofen kann dann sogar per Smartphone-App gesteuert werden. Einziger Nachteil: Ein neuer High-Tech-Kaminofen kostet rund 5.000 Euro.

Holzpellet-Feuer (Foto: picture-alliance / Reportdienste, bildagentur-online.com)
Moderne Pellet-Öfen schaffen sogar die Energieefiizienzklasse A++. bildagentur-online.com

Emissionen selbst reduzieren

Grundsätzlich, darauf weist die Verbraucherzentrale hin, kann jeder Kaminofen-Besitzer aber auch selbst mit einigen kleinen Tricks für weniger Emissionen sorgen:

  • Verwenden Sie nur unbehandeltes Brennholz, das trocken und gut abgelagert ist.
  • Verwenden Sie zum Anzünden des Ofens geeignete Anzünder.
  • Verzichten Sie auf sehr hohe Raum-Temperaturen.
Kamin-Ofen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Silas Stein)
Das Emissionsverhalten seines Ofens kann jeder Nutzer einfach selbst beeinflussen. Silas Stein

Staatliche Förderung

Wird Holz als Brennstoff für die gesamte Heizungsanlage verwendet, so eignen sich moderne Pellet-Anlagen dafür am besten, da diese den wenigsten Feinstaub produzieren, so die Experten. Außerdem werden Holzpellet-Anlagen mit Zuschüssen von bis zu 45 Prozent durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

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