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Ärztemangel in Rheinland-Pfalz Praxis zu verschenken

Hausarzt Dr. Günter Theis geht auf die Siebzig zu und der Ruhestand wartet Ende 2018 auf ihn. Leider hat der Arzt noch keinen Nachfolger gefunden. Niemand will seine Praxis übernehmen, obwohl man gut davon leben kann. Jetzt will Dr. Theis seine Praxis in Pirmasens verschenken.


Warum verschenkt man seine Praxis?

Einen Nachfolger zu finden, ist sehr schwierig. Einen Nachfolger, der die Praxis auch kauft, ist sogar fast unmöglich. Hinzu kommt noch, dass die Bürokratie den Nachwuchs abschreckt. Dabei erwartet einen potentiellen Nachfolger ein großer und treuer Patientenstamm, ein eingespieltes Team und die komplette technische Ausstattung. Hinzu kommt, dass die Praxis auch keinen Nacht- oder Notdienst anbieten muss.

Ein Ausnahme?

Nicht nur die Patienten von Dr. Günter Theis in Pirmasens müssen um ihre Praxis bangen. Auch in kleinen südpfälzischen Orten wie Hatzenbühl oder Leimersheim steht die ärztliche Versorgung auf der Kippe, wenn keine Nachfolger für die ortsansässigen Praxen gefunden werden.
Und das betrifft nicht nur die Südpfalz - über 1/3 der Hausärzte im Land sind 60 oder älter. Viele Praxen funktionieren nur noch, weil sich viele Ärzte bereiterklärt haben, auch über 70 noch zu praktizieren. Aber klar ist: bis 2023 hängen 60% aller Hausärzte im Land ihren Kittel an den Nagel. Besonders betroffen: Der Eifelkreis Bitburg-Prüm. Hier gibt es sogar bundesweit die wenigsten Ärzte.

Was tut das Land dagegen?

Es gibt einen Masterplan des Landes Rheinland-Pfalz: Beispielsweise sollen Abiturienten mit einem schlechteren Abschluss auch Medizin studieren können. Sie müssen sich dann nur verpflichten, nach ihrem Abschluss für mindestens zehn Jahre auf dem Land zu arbeiten. Derzeit liegt der Numerus Clausus bei 1,0. Oder die junge Ärzte bekommen bis zu 15.000 Euro an Fördergeldern. Bis diese Maßnahmen jedoch greifen, können noch einige Jahre ins Land gehen.