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Gefährliches Bad in der Sonne Ärzte warnen: Hautkrebsrate steigt ungebremst

Was hatten wir für einen tollen Sommer: Mit Sonne seit April und Rekordbesucherzahlen für die Schwimmbäder. Wer frei hatte, hat gerne draußen die Sonne genossen. Aber die Haut vergisst nicht. Ärzte warnen eindringlich vor Hautkrebs.

Eine Ärztin untersucht ein Muttermal

Frühsorgeuntersuchung kann Hautkrebs vorbeugen.

Hautkrebs gilt als die Krebserkrankung mit der höchsten Steigerungsrate in Deutschland. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Menschen, die Hautkrebs haben, bis 2030 verdoppeln wird.

Wir sonnen uns zu viel

Der einfache Grund: Wir sonnen uns zu viel. Menschen, die heute an Hautkrebs erkranken, haben nach Aussage von Experten vor etwa 30 Jahren zu viel Sonne bekommen. "Die Hautkrebsrate steigt seit den 40er Jahren ständig an. Das passt zusammen mit dem Urlaubs- und Freizeitverhalten der Bevölkerung. In den 60er Jahren haben die Sonnenurlaube in Italien und Spanien angefangen. Damals hat sich auch das Schönheitsideal von brauner Haut entwickelt", sagt Thomas Eigentler. Er ist Dermatologe und Wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Hautkrebskongresses, der derzeit in Stuttgart stattfindet.

Sonnencreme hilft nur bedingt

Nun könnte man meinen, dagegen hilft Sonnencreme - Lichtschutzfaktor 50, ganz dick aufgetragen. Aber auch das funktioniert nur bedingt, erklärt Eigentler: "Sonnencreme hilft natürlich unter Laborbedingungen. Wir tragen aber immer viel zu wenig davon auf. Der eigentliche Schutz dadurch ist also viel geringer. Wir denken aber, wir wären geschützt und bleiben dann auch länger in der Sonne als wir sollten und bekommen dann sehr viel UV-Strahlung ab."

Eine Hautärztin untersucht einen Patienten.

Zu viel Sonne schadet der Haut.

Experten raten deshalb, sorgsam mit der Sonne umzugehen. Das heißt zum Beispiel, zwischen 11 und 15 Uhr gar nicht nach draußen zu gehen. Der wichtigste Schutz aber sei die Kleidung, sagt Dermatologe Eigentler: "Kleidung hat ungefähr einen Lichtschutzfaktor von 30. Je mehr sie den Körper bedeckt, desto besser ist sie. Dicht gewobene Kleidung schützt am besten."

Gefährlicher Schnellstart diesen Sommer

Gefährlich an diesem Sommer sei vor allem der plötzliche und frühe Start gewesen, sagen Ärzte. So gab es auch kein langsames Vorbräunen der Haut.

Und die Herbstsonne? "Die September-Sonne ist zwar nicht mehr so gefährlich wie im Hochsommer, weil sie nicht mehr so hoch steht", erklärt Meteorologe Hartmut Mühlbauer. "Das bedeutet aber nicht, dass man jetzt keinen Sonnenbrand mehr bekommt." Ein Schutz sei auch jetzt noch notwendig.