Wie viel muss ich zahlen? Das sind die Trinkgeld-Regeln für Ihr Urlaubsland

Ob Sie nun ein paar Münzen oder stolze 30 Prozent Trinkgeld zahlen, hängt ganz von Ihrem Reiseziel ab. Wir haben unsere Korrespondenten gefragt, was an ihrem Arbeitsort üblich ist.

Dauer

Trinkgeld in Deutschland

Wem auch immer Sie in Deutschland ein Trinkgeld in die Hand drücken - üblich ist, dass der Topf unter allen Mitarbeitern verteilt wird. Egal, ob sie nun im Service oder in der Küche arbeiten. Wird auch der Chef beteiligt, muss er - im Gegensatz zu seinen Angestellten - das Trinkgeld auch versteuern. Wer das Trinkgeld mit auf den Endpreis schlägt und dann mit der Karte zahlt, macht es dem Personal schwer. Denn dann muss der Chef das Geld ausbezahlen. Wer bar zahlt, kann sicher sein, dass das Trinkgeld auch in vollem Umfang beim Personal landet.

Trinkgeld in Italien

In Italien sollte man zumindest zehn Prozent Trinkgeld im Restaurant geben, da die Löhne der Angestellten sehr niedrig sind und sie auch mit einem Trinkgeld rechnen. Für einen Cappuccino oder Espresso in einer Bar am Tresen reichen 10 bis 20 Cent, die man neben die Tasse legt. Auf keinen Fall sollten Sie in Großstädten den selbst ernannten Parkplatzeinweisern einen Extra-Bonus zukommen lassen - der Dienst ist illegal, und es ist davon auszugehen, dass das Geld in dubiose Taschen fließt.

Trinkgeld in Griechenland

Wer mit dem Essen in der Taverne zufrieden ist, gibt gerne mal ein etwas großzügigeres Trinkgeld. Üblich sind 10 bis 15 Prozent. Bei großem Trubel drücken Sie dem Angestellten das Geld am besten in die Hand, ansonsten lässt man es einfach auf dem Tisch liegen. Beispielsweise beim Friseur oder an der Tankstelle steht manchmal eine kleine Trinkgeldbox für das ganze Team. Man kann das Trinkgeld aber natürlich auch persönlich übergeben. Denken Sie beim Trinkgeld immer daran: Die Griechen verdienen deutlich weniger als wir in Deutschland.

Trinkgeld in Spanien

In Urlaubsorten sind 10 bis 15 Prozent durchaus verbreitet. Kellner und Taxifahrer haben sich an den Trinkgeldstandard von ausländischen Gästen gewöhnt. Spanier selbst sind wesentlich geiziger, sie runden in der Regel nur den Betrag auf. Daher muss man als Urlauber auch nicht die 10 bis 15 Prozent Trinkgeld geben. Die Zahlung läuft dabei sehr diskret ab: Auf einem Tellerchen bringt der Kellner die Rechnung, holt ihn mit dem Geld wieder ab und bringt das Wechselgeld wieder zurück. Davon lässt man das Trinkgeld einfach liegen.

Trinkgeld in New York

In New York ist alles nochmal eine Nummer teurer als im Rest der USA. Waren es früher noch 15 Prozent, erwartet man heute im Restaurant mindestens 20 Prozent. Mittlerweile bekommt man immer öfter ein Tablet gezeigt, auf dem man auswählen kann, ob man 20, 25 oder 30 Prozent als Trinkgeld geben will. Ausnahme sind japanische Restaurants, die - wie in Japan üblich - überhaupt kein Trinkgeld wollen. Aber dafür sind dort die Preise auch entsprechend höher. Erwartet wird in New York eigentlich überall Trinkgeld - ob nun für die Sitzung beim Physiotherapeuten oder für die Taxifahrt. Kein Wunder also, dass die Fahrdienste UBER und Lyft so erfolgreich sind. Man bestellt sie über das Internet zum Festpreis, den man online mit der Kreditkarte bezahlt - ganz ohne Trinkgeld.

Trinkgeld in Frankreich

Nehmen Sie in den Urlaub auf jeden Fall viele Münzen mit - im Restaurant ist es üblich einige von Ihnen als Trinkgeld da zu lassen. Den Rest zahlen Sie mit Karte. Die übliche 10-Prozent-Regel gilt hier nicht. Was übrigens gar nicht geht, ist ein Aufrunden des Preises oder ein gönnerhaftes "Der Rest ist für Sie". Der Kellner bringt Ihnen mit Sicherheit das Wechselgeld in Münzen an den Tisch (die Sie dort als Trinkgeld liegen lassen können). Das Taxi zahlen sie - wie fast alles in Frankreich - mit der Karte. Wenn Sie mit dem Service zufrieden waren, runden Sie den Betrag einfach auf. Aber erwartet wird es hier nicht. Das gilt auch für den Besuch beim Figaro - der erwartet nach dem Haare schneiden kein Trinkgeld, freut sich aber über ein paar Münzen für die Kaffeekasse.

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