Profil eines Autoreifens (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Für wen geeignet? Runderneuerte Reifen – Vorteile und Nachteile

Sie können eine kostengünstige Alternative zu fabrikneuen Modellen sein: Runderneuerte Autoreifen. Doch wie werden diese überhaupt hergestellt und für wen sind sie geeignet?

Bei der Runderneuerung wird nur das Profil eines Reifens ersetzt. Die alte Gummischicht wird dabei entfernt und eine Gummilauffläche mit hoher Hitze und Druck aufgebracht.

Diese Art des Recycling muss gesetzliche Vorgaben und international gültige Mindeststandards erfüllen. Von den ursprünglichen Reifen bleiben nur die Karkassen - das Grundgerüst - erhalten.

Was hat die Karkasse schon auf dem Buckel?

Und genau hier liegt die Schwierigkeit bei der Kaufentscheidung: Es sei bei runderneuerten Autoreifen nicht klar feststellbar, wie viele Kilometer und Bordsteinkanten die Karkasse schon erlebt hat, sagt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

Bei den Kfz-Hauptuntersuchungen stelle die GTÜ bei runderneuerten Reifen nur sporadisch Mängel wie etwa das Ablösen der Lauffläche fest. Sie seien somit nicht auffälliger als Neureifen.

Aber irgendwo müssen Verbraucher natürlich Abstriche machen, zumal die Preise deutlich unter denen von Neureifen liegen.

Diese Eigenschaften sollten Interessenten im Auge haben

Vorteile:

  • Kostenersparnisse von bis zu 50 Prozent
  • Ökologische Ersparnis: Für die Produktion werden 80 Prozent weniger Erdöl und 70 Prozent weniger Energie benötigt.
  • Wie bei neuen Reifen gibt es zwei Jahre Gewährleistung.
  • Für Wenigfahrer geeignet.

Nachteile:

  • Alter und Zustand der Karkasse nicht einfach nachprüfbar. Die Steifigkeit und das Fahrverhalten kann somit bei jedem Reifen variieren.
  • Qualität hinsichtlich Kurvengeschwindigkeit, Brems-, Anfahr- und Aquaplaning-Verhalten nicht mit neuen Reifen vergleichbar.
  • Runderneuerte Reifen gibt es nicht in allen Größen, sondern nur in den gängigsten.
  • Verschleiß bis zu 30 Prozent höher. Sie nutzen sich also schneller ab.
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