Nach dem ersten Schock Diagnose Krebs - Wege aus dem schwarzen Loch

Angst, Schock oder der Fall in ein schwarzes Loch - so ist bei vielen Menschen die erste Reaktion auf die Diagnose Krebs. Wie man am besten emotional mit diesem Wissen umgehen kann, hat uns Psychoonkologe Michael Specht vom Tumorzentrum Rheinland-Pfalz in Mainz erzählt.

Dauer

Reden hilft

Für die jährlich 500.000 Neuerkrankten in Deutschland sei das Reden mit einer Vertrauensperson sehr wichtig, so der Pschoonkologe. Das könnten gute Freunde, nahestehende Verwandte oder auch Profis von Krebsberatungsstellen sein.

Aber auch andere Betroffene können als Gesprächspartner in Selbsthilfegruppen eine gute Anlaufstelle sein. "Natürlich muss ich meinen Weg finden. Wie komme ich damit klar? Es kann sehr hilfreich sein, sich ein Beispiel auch an anderen zu nehmen, die das schon vor Jahren hinter sich gebracht haben", so Specht.

Sollte man nach der Diagnose möglichst normal weiterleben?

Das sei manchmal eine Gradwanderung, denn die Therapie und die vielen ärztlichen Termine seien anstrengend, so Specht.  Auch die Anspannung und die Frage "Wie geht es für mich weiter?" koste viel Kraft und Energie. Aber es sei eine sehr gute Strategie, die Struktur des Alltags zu nutzen, um nicht zu sehr über die Erkrankung nachzudenken oder sogar durchzuhängen.

Informationen sind wichtig!

Um nach der Diagnose wieder klar denken zu können, sind verlässliche Informationen über die Krankheit, Heilungschancen und Prognosen laut Specht sehr wichtig. Eine sehr gute Anlaufstelle sei der Krebsinformationsdienst in Heidelberg.

Operation, Chemotherapie oder auch Bestrahlung sind ein längerer Prozess: "Dann ist es durchaus realistisch, relativ schnell wieder ins Alltagsgeschehen zurückzufinden, wenn die Behandlung abgeschlossen ist“, weiß Michael Specht aus Erfahrung. Da sei es gut, wenn auf Spezialisten zur Reintegration in den Beruf zurückgegriffen werden könne, die einen darauf vorbereiten.

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