Glatteis auf einer Straße (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Nicolas Armer/dpa)

Wenn die Fahrbahn zur Rutschbahn wird Blitzeis - Die plötzliche Gefahr

Wenn sich die Straße im Herbst oder Winter binnen Minuten in eine spiegelglatte Rutschbahn verwandelt, dann ist oft gefährliches Blitzeis schuld. Wir erklären, wann Sie mit diesem Wetter-Phänomen rechnen müssen und wie Sie sich bestmöglich darauf vorbereiten.

Unfallzahlen

Nach Auskunft des statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz waren "winterglatte Straßen" 2018 Auslöser für 305, 2017 sogar für 431 Unfälle mit Personenschaden. Bundesweit wurden 2017 über 6.000 solcher Unfälle erfasst, so das statistische Bundesamt.

Dauer

Zuletzt kam es in der vergangenen Woche auf der Autobahn A1 bei Hasborn (Kreis Bernkastel-Wittlich) zu einer Massenkarambolage mit 19 beteiligten Fahrzeugen und vier Leichtverletzten. Die Autobahnpolizei verweist darauf, dass einige der Unfallbeteiligten mit Sommerreifen unterwegs waren und geht von Blitzeis als Unfallursache aus.

Wie entsteht Blitzeis?

Blitzeis kann immer dann entstehen, wenn Regen oder Nebel auf eine gefrorene Fahrbahnoberfläche trifft. In einem solchen Fall bildet sich dort binnen kürzester Zeit eine zusammenhängende Eisschicht und damit eine gefährliche Rutschbahn.

Wie erkenne ich Blitzeis?

Im Spätherbst oder zu Beginn des Winters können Nebel und Raureif bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein mögliches Anzeichen für drohendes Blitzeis sein. Im Verlauf oder zum Ende des Winters taucht Blitzeis oft dann auf, wenn nach Tagen mit Werten unterhalb des Gefrierpunktes Regen einsetzt. Besonders gefährdet sind in solchen Fällen dann Orte, an denen die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist, zum Beispiel in Wäldern oder auf Brücken. Die Tücke, Blitzeis ist oft nur schwer erkennbar und die Gefahr oft nicht ausgeschildert.

Fahren bei Blitzeis-Gefahr

Die Experten des ADAC raten klar dazu, sich vor Fahrtantritt genau über die Verkehrslage und die Wetterlage zu informieren.

"Wird im Radio vor Blitzeis oder Eisregen gewarnt, ist es besser, das Auto stehen zu lassen und die Fahrt zu verschieben, bis der Spuk vorbei ist."

ADAC

Blitzeis macht Sicherheitssysteme wie das Antiblockiersystem (ABS), das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), Schneeketten und auch Winterreifen nach Aussage der Experten vom ADAC nutzlos.

Winterreifen sind Pflicht

Trotz dieser Tatsache sind Winterreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen in Deutschland nach §2 der Straßenverkehrsordnung  vorgeschrieben.

SWR1 Grafik Blitzeis_Bremsweg bei Vollbremsung (Foto: SWR)
Blitzeis

Das bedeutet, dass bei Schnee, Glatteis, Schneeglätte, -matsch, Eis- oder Reifglätte nur noch mit Reifen mit dem "Alpine-Symbol" (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) gefahren werden darf.

Allwetter- oder so genannte "M+S"-Reifen die vor dem 31. Dezember 2017 hergestellt wurden, dürfen in solchen Situationen noch bis September 2024 verwendet werden. Wer mit Sommerreifen erwischt wird, dem drohen mindestens 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Bei Unfällen mit Sommerreifen droht unter Umständen eine Kürzung des Versicherungsschutzes.

Vorausschauend fahren

Wer bei Blitzeisgefahr unterwegs ist, der sollte möglichst umsichtig und vorausschauend fahren und seine Umgebung und das Wetter gut im Blick haben. Explizit empfiehlt der ADAC für solche Situationen: "Einen größeren Abstand zum Vordermann halten, sanft bremsen und gefühlvoll lenken." Wer doch von Eisregen unterwegs überrascht wird, der sollte nach Möglichkeit eine Pause einlegen und auf die Streudienste warten.

Fahren im Winter

Grundsätzlich raten die Experten des ADAC im Winter immer darauf zu achten, dass die Scheibenwischanlage mit ausreichend Frostschutz aufgefüllt und die Sicht frei ist. Wer nur mit einem "Guckloch" unterwegs ist, riskiert Unfälle und eine Mithaftung im Schadensfall. Außerdem muss laut Straßenverkehrsordnung (StVO) die Geschwindigkeit den Straßen- und Witterungsverhältnissen angepasst sein.

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