Webcam im Felsenhorst Uhu-Nachwuchs in der Eifel

Vor 50 Jahren galt der Uhu in Rheinland-Pfalz als ausgerottet. Mittlerweile ist die größte Eulenart hier wieder zu finden. In einem hohen Felsenhorst oberhalb der Weinberge in der Eifel hat eine Uhu-Familie Nachwuchs bekommen. Mit etwas Glück erhaschen Sie per Webcam einen Blick auf die Küken!

Die Steinbrüche in der Vulkaneifel bieten dem "Bubo bubo", wie er wissenschaftlich heißt, einen Lebensraum. Mit der Webcam der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. ist es möglich, die Tieren aus nächster Nähe in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten.

Strommasten gefährlich für Uhus

Stefan Brücher ist Vorsitzender der "Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.". Er ist derzeit fast jeden Tag unterwegs, um die Brutplätze zu erfassen und nach Möglichkeit zu schützen.

Bei seinen Rundgängen findet er beispielsweise einen nicht ordnungsgemäß gesicherte Strommasten ganz in der Nähe eines Uhus. Ließe sich das Männchen bei der Beutesuche darauf nieder, droht der Tod durch Stromschlag. Und ohne Männchen hat auch der Nachwuchs keine Chance: "Wenn das Männchen nicht mit Beute zurückkehrt, gibt das Weibchen die Brut auf", erklärt Brücher.

Ein weiteres Problem für die Vögel kann die Landwirtschaft sein. Vor einigen Jahren fiel Brücher auf, dass an der Mosel immer wieder Brutplätze aufgegeben wurden. Schließlich fand er heraus, dass Hubschrauber für Spritzungen im Weinberg die Brutplätze überflogen. Der Lärm und Wind verschreckte die Uhus so sehr, dass sie ihre Jungen zurückließen. Jetzt sucht Brücher jedes Jahr möglichst früh die Felspartien ab und schickt die Daten an die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), welche die Flüge der Spritzhubschrauber genehmigen muss.

Von der Ausrottung zur Wiederansiedlung

Die Wiederansiedlung des Uhus in Rheinland-Pfalz ist trotz allem eine Erfolgsgeschichte für den Naturschutz. Lange Zeit war der Uhu als unerwünschter Konkurrent für die Jagd auf Hasen, Marder oder Füchse in Verruf geraten. Wer einen Uhu abschoss und dessen Krallen als Beweis vorlegen konnte, erhielt sogar eine Prämie. Der vermutlich letzte wildlebende Uhu in Rheinland-Pfalz wurde im April 1973 tot im Nettetal in der Eifel gefunden.

Nach über 50 Jahren sieht die Situation der Uhus zum Glück anders aus. Mit einem Bestand von 300 bis 400 Brutpaaren gilt die Art nach den Rote-Liste-Kriterien des Bundesamts für Naturschutz heute nicht mehr als gefährdet.

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