Eine Frau hat einen Telefonhörer in der Hand (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Was tun gegen Werbeanrufe? Tipps gegen ungewollte Telefonwerbung

Anrufer, die Stromverträge oder Versicherungen verkaufen wollen können oft unangenehm sein. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps, wie sie sich in solchen Situationen richtig verhalten.

Besonders in der Vorweihnachtszeit häufen sich ungewollte Werbeanrufe. "Die Menschen sind im Stress und meist unvorsichtiger, wenn sie an ihr Handy gehen", sagt Jennifer Kaiser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Grundsätzlich ist diese Art von Werbeanrufe verboten. Nur wenn Verbraucher ausdrücklich zugestimmt haben, dürfen Unternehmen sie über das Telefon kontaktieren.

Was tun gegen Werbeanrufe?

Nun hat man aber einen Call-Center-Mitarbeiter am Hörer. Eine Möglichkeit ist es natürlich einfach nicht abzuheben, wenn eine unbekannte Nummer auf den Handydisplay erscheint. Manche legen auch einfach auf, wenn sie merken, dass sie in einem ungewollten Verkaufsgespräch gelandet sind.

Das ist problematisch. "Legen die Verbraucher einfach auf, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie erneut kontaktiert werden", sagt Kaiser. Deswegen ist es wichtig, einen Werbeanruf zu beantworten. Nur so können Verbraucher verlangen dass ihre Nummer aus dem Verzeichnis des Call-Centers gelöscht wird.

Fragen, Fragen, Fragen

Am besten reagieren Verbraucher auf Fragen mit Gegenfragen. Name des Unternehmens, Name des Anrufers sollten protokolliert werden. Lassen sie sich außerdem den Namen des Anrufers geben und fragen sie nach dem Grund des Anrufes. Seriöse Unternehmen sollten keine Hemmungen haben, diese Informationen Preis zu geben.

Selbst wenn dem Unternehmen ihr Einverständnis vorliegt, können sie dieses jederzeit widerrufen. Telefonverkäufer sind darin geschult, Verträge oder Abos zu verkaufen.

Dabei hilft ihnen eine Gesetzeslücke. Verbraucher müssen im Telefonat oft nicht eindeutig bestätigen, dass sie etwa einen neuen Vertrag abschließen wollen. Oft reicht bereits die geringste Art von Zustimmung.

Deswegen gilt: Nicht auf Diskussionen einlassen, sondern selbst aktiv werden.

Nummer sperren

Eine neue Masche sind die sogenannten "Ping-Anrufe". Plötzlich hat man eine Nummer aus dem Ausland auf dem Handydisplay. Die Betrüger spekulieren darauf, dass sie zurückgerufen werden - und das kann für den Anrufer ganz schön teuer werden. Anrufe aus Madagaskar oder Kasachstan nicht annehmen und die Nummern am besten sperren.

Unternehmen melden

Außerdem rät Jennifer Kaiser, ungewollte Werbeanrufe bei der Bundesnetzagentur zu melden. Nur so können Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden. Die entsprechenden Formulare gibt es auf der Seite der Bundesnetzagentur.

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