Täuschung oder Trick Warum hausgemacht nicht immer hausgemacht ist

Ein "hausgemachtes" Eis aus der Eisdiele oder ein "frisch gebackenes" Brötchen vom Bäcker – wecken die Vorstellung von frischen Zutaten und traditionellem Handwerk.

Oft ist genau das aber nicht der Fall, denn beide Begriffe sind gesetzlich nicht geschützt. Sie sagen lediglich aus, dass das Produkt vor Ort fertig gestellt wurde und geben keinen Hinweis auf die verwendeten Zutaten.

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Um ein Eis als "hausgemacht" zu bezeichnen, reicht es etwa schon aus, wenn es in der Küche aus Fertigpulver zusammengerührt wird. Bieten kleine Eisdielen sehr viele Eissorten an, ist das laut Experten ein Indiz dafür, dass genau das der Fall ist. Laut dem Onlineangebot der Verbraucherzentralen lebensmittelklarheit.de können sich auch Zusatzstoffe, etwa in Gewürzmischungen oder Fruchtzubereitungen, in "hausgemachten" Produkten verbergen. Es darf allerdings keine Verbrauchertäuschung betrieben werden. Dazu gehört zum Beispiel, wenn es sich um fertig zugelieferte Produkte handelt. Was genau eine Täuschung darstellt, entscheiden die Gerichte jedoch im Einzelfall. 

Tiefkühlware statt Bäcker-Handwerk

Auch ein "frisch gebackenes" Brötchen wird in den meisten Fällen in der Bäckerei nur zu Ende gebacken. Das Gebäck wird dann als Tiefkühlware in das Café oder die Bäckerei geliefert. Der Begriff ist also eher eine Werbefloskel, als dass er etwas über die tatsächliche Herstellung der Backwaren aussagt

Verbraucher fühlen sich getäuscht

Bei den Verbrauchern kommt diese Definition nicht gut an. Eine Studie von lebensmittelklarheit.de aus dem Jahr 2015 stellte fest, dass nur 21,5 Prozent der Verbraucher ein eingefrorenes Produkt, das wieder aufgebacken wird, als „frisch gebacken“ definieren würden. Experten sprechen in diesem Fall auch von einer möglichen Verbrauchertäuschung. Die Problematik liegt laut Verbraucherzentrale vor allem darin, dass Kunden durch solche Aussagen Fertigware nicht von Produkten aus Handwerksbetrieben unterscheiden können. Aufgrund unterschiedlicher Urteile ist die rechtliche Lage zurzeit nicht eindeutig.

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